Er stachelte seine Anhänger an, peitschte die Menge auf: Vor dem Sturm auf das Kapitol hielt US-Präsident Donald Trump eine höchst umstrittene Rede. Während selbst zahlreiche Republikaner Trumps Aussagen als entscheidend für die folgenden Ereignisse halten, sieht der Präsident selbst keinerlei Problem in seiner Wortwahl – sie sei »absolut angemessen« gewesen.

Es ist Trumps erste öffentliche Reaktion, seit die Demokraten im Repräsentantenhaus am Montag mit den Vorbereitungen für ein neues Amtsenthebungsverfahren begonnen haben. Dieses bezeichnete der abgewählte Präsident als »absolut lächerlich« und »gefährlich« für das Land. Trump sprach wegen des Vorwurfs, er habe den Sturm auf das US-Kapitol zu verantworten, von einer »Fortsetzung der größten Hexenjagd in der Geschichte der Politik«.

Bei der Erstürmung des Gebäudes durch Trump-Unterstützer in der vergangenen Woche wurde ein Polizist getötet, eine Angreiferin wurde von einem Beamten erschossen. Am Rande der Gewalt gab es drei weitere Tote.

Nach bisheriger Planung will das Repräsentantenhaus am Dienstagabend (Ortszeit) über die Eröffnung des Amtsenthebungsverfahrens abstimmen. Angesichts ihrer Mehrheit in der Kammer könnten die Demokraten ein solches Verfahren aus eigener Kraft in Gang setzen. Trump wäre der erste US-Präsident der Geschichte, gegen den zwei Amtsenthebungsverfahren eingeleitet würden.

Die Entscheidung fiele jedoch im Senat. Dass auch die zweite Kongresskammer noch vor dem Ende von Trumps Amtszeit am 20. Januar eine Entscheidung fällen könnte, ist quasi ausgeschlossen. Es geht den Demokraten aber auch darum, Trump nach einer Verurteilung für Regierungsämter zu sperren. Damit würde ihm eine etwaige Präsidentschaftskandidatur 2024 verwehrt.

Ein erster Impeachment-Versuch war nach der Ukraineaffäre im Senat gescheitert. Die Republikaner in der Kammer stimmten nahezu geschlossen dagegen, Trump des Amtes zu entheben.

Weiterer mutmaßlicher Kapitol-Erstürmer…