Wohl noch nie gab es vor einer Handball-WM so viele Diskussionen über das Für und Wider einer Austragung. Der Grund dafür ist natürlich die weltweite Corona-Pandemie, die die Durchführung solcher Groß-Events mit 32 Teams überaus erschwert. Am Mittwoch beginnt der Wettbewerb mit der Begegnung des Gastgebers Ägypten gegen Chile. Dass das Turnier in einer so genannten Blase stattfindet, bei der die Aktiven und das Betreuerumfeld von der Außenwelt abgeschirmt werden – so wie etwa schon seit längerer Zeit beim Fußball oder auch bei den Tennisturnieren – war ohnehin klar.

Einige Nationen wie Tschechien und die USA, die am Tag vor dem WM-Start 18 Infizierte melden, haben allerdings jetzt schon massive Probleme mit Covid-19-Ansteckungen ihrer Spieler und dem Team-Umfeld. Das sich weiter ausbreitende Virus, das in vielen europäischen Staaten derzeit für massive Lockdowns sorgt, führte zu deutlichen Verunsicherungen bei allen Beteiligten.

So hatten sich Ende der vergangenen Woche die Kapitäne von vierzehn europäischen Teilnehmern aufgerufen gefühlt, ein Schreiben im Namen der European Handball Players Union an IHF-Präsident Hassan Moustafa aufzusetzen und darin die Zulassung von Zuschauern bei der WM zu kritisieren, darunter auch der Kapitän der deutschen Handball-Nationalmannschaft, Uwe Gensheimer. Die Reaktion folgte knapp zwei Tage später: In einer Tagung mit der ägyptischen Regierung beschloss die IHF, dass die WM endgültig vor leeren Rängen gespielt wird. Zuvor sollte eine Hallennutzung von 20 Prozent auf den Zuschauerrängen erlaubt sein. 

Thiel: „Nicht schädlich, dass das Turnier stattfindet“

Ex-Nationalspieler Andreas Thiel hofft darauf, dass es bei der WM zu keinen schwerwiegenden Infektionen kommt

„Als Privatperson stelle ich mir schon die Frage, ob solche Veranstaltungen sinnvoll sind. Das gilt aber auch für alle Rodel-Weltcups, die Fußball-Bundesliga und alle anderen Sportarten. Das alles ist natürlich nicht systemrelevant“, sagt…