Die Bevölkerungszahl in Deutschland hat 2020 erstmals seit fast zehn Jahren nicht weiter zugenommen. Das geht aus Schätzungen des Statistischen Bundesamtes hervor. Ende 2020 lebten demnach weiterhin um die 83,2 Millionen Menschen in Deutschland.

Aufgrund einer geringeren Zuwanderung und einer gestiegenen Sterbefallzahl bei voraussichtlich etwas weniger Geburten als im Vorjahr sei die Bevölkerungszahl damit konstant geblieben, teilte die Behörde in Wiesbaden mit.

»Die Zahl der Geburten dürfte 2020 gegenüber dem Vorjahr leicht abgenommen haben und die Zahl der Sterbefälle spürbar gestiegen sein«, hieß es. Ein Grund für die höheren Todeszahlen, besonders gegen Ende des Jahres, sei offenbar auch die Corona-Pandemie, sagte eine Expertin des Bundesamtes.

Seit drei Jahrzehnten war die Bevölkerung hierzulande überwiegend gewachsen, mit Ausnahme der Jahre 1998 sowie 2003 bis 2010. Ursache dafür ist den Angaben zufolge die Zuwanderung. Ohne diese würde die Bevölkerung demnach seit 1972 schrumpfen, da seither jedes Jahr mehr Menschen sterben als geboren werden.

Bevölkerungszahl erreichte 2019 einen Höchstwert

Bereits im vergangenen Jahr hatte das Statistische Bundesamt festgestellt, dass die Bevölkerung langsamer wächst als in den Jahren zuvor. Im Januar 2020 meldete die Behörde einen Höchststand der Bevölkerungszahl. Demnach hatte die Bundesrepublik zu diesem Zeitpunkt 83,2 Millionen Einwohner. Die Statistikerinnen führten den Bevölkerungszuwachs schon im vergangenen Jahr ausschließlich auf die sogenannte Nettozuwanderung zurück: 2019 zogen demnach zwischen 300.000 und 350.000 Menschen mehr in die Bundesrepublik als von hier ins Ausland.

Die deutsche Wirtschaft ist auf Zuwanderung angewiesen. Das Statistische Bundesamt geht davon aus, dass die erwerbsfähige Bevölkerung bis 2035 um rund vier bis sechs Millionen schrumpfen wird (lesen Sie hier eine Analyse zum Thema).

Icon: Der Spiegel