Seit Ende August 2020 ist bekannt, dass sich vereinzelt Menschen mehrfach mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 infizieren. Die bisher bekannten Daten legen nahe, dass es sich um seltene Ausnahmen handelt. Forschern bereiteten sie bislang wenig Grund zur Sorge, doch nun sind in Brasilien kurz hintereinander zwei Mehrfachinfektionen bekannt geworden, die Aufmerksamkeit erregen.

Die neuen Fälle sind in einem Punkt besonders: Die Zweitinfektionen der Betroffenen fanden mit einer Virusvariante statt, die eine möglicherweise problematische Mutation trägt. Die Genveränderung mit der Bezeichnung E484K kommt auch in der wahrscheinlich ansteckenderen, kürzlich in Südafrika dokumentierten Corona-Mutante vor.

Laboruntersuchungen legen nahe, dass Antikörper gegen Virusformen mit der Mutation E484K weniger wirksam sind. Ersten Untersuchungen zufolge binden sie schwächer an diese Viren und können sie daher nicht so verlässlich unschädlich machen. Das könnte Reinfektionen erleichtern und auch die Effektivität von Impfstoffen beeinflussen. Genauere Prüfungen laufen noch.

Zwei Fälle, ähnliche Virusvarianten

Die Fälle in Brasilien betreffen zwei Mitarbeiterinnen des Gesundheitswesens aus dem Nordosten des Landes. Eine 37-Jährige sei im Juni und Oktober 2020 an Covid-19 erkrankt und im Abstand von knapp vier Monaten zweimal positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden, berichten brasilianische Forscher in einer noch nicht von Fachkollegen geprüften Studie.

»Die Sequenzierung des gesamten Genoms ergab, dass die beiden Infektionen durch die brasilianischen Sars-CoV-2-Linien B.1.1.33 und B.1.1.28 verursacht wurden«, heißt es darin. Die Variante B.1.1.28 sei wahrscheinlich Ende August im Bundesstaat Rio de Janeiro entstanden und trage die Genvariante E484K, die auch aus einer neuen Virusform aus Südafrika bekannt sei.

Der zweite Fall betrifft eine 45-jährige Frau, die mit einem Abstand von etwa fünf Monaten im Mai und Oktober infiziert war. Auch sie hatte sich zunächst mit der…