In Bayern gilt vom kommenden Montag an eine Pflicht zum Tragen von FFP2-Masken im öffentlichen Nahverkehr und im Einzelhandel. Das hat das Kabinett am Dienstag in München beschlossen, wie Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sagte.

Angesichts leicht zurückgehender Zahlen sprach Söder von einer »verhalten positiven Tendenz«. »Ein Großteil der Maßnahmen beginnt zu wirken«, sagte Söder am Dienstag nach einer Kabinettssitzung in München über den aktuellen Shutdown.

Söder warnt vor Virus-Mutante

Binnen 24 Stunden habe es in Bayern 1740 Neuinfektionen gegeben – fast 500 weniger als vor einer Woche. Mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 158,8 liege der Freistaat bundesweit auf Platz sieben. Das sei nur ein Zwischenstand. Noch sei unklar, wie sich die Ferien auswirken. Dies werde man endgültig wohl gegen Ende dieser Woche sehen. Söder betonte, es sei weiterhin Konsequenz und Geduld notwendig.

Er warnte vor den Folgen der Mutation, die sich derzeit in England, Irland und den Niederlanden ausbreitet. Schulen und Kitas seien in diesen Ländern Treiber der Pandemie gewesen, deswegen sei der Lockdown in Deutschland »positiv«. Er verglich die Maßnahmen gegen die Mutation mit einem »Wettlauf mit der Zeit«.

Söder forderte, künftig mehr Impfstoff in Deutschland herzustellen. Dass die EU Impfstoff nachbestellt habe, sei richtig, »offenkundig« habe es »Nachholbedarf« gegeben.

»Erst wenn wir ausreichend geimpft sind, ist der Spuk beherrschbar«, sagte Söder. Er wiederholte in diesem Zusammenhang seinen Vorschlag, auch eine begrenzte Impfpflicht für Bedienstete in Alten- und Pflegeheimen zu debattieren, wie bereits vom Deutschen Ethikrat angestoßen.

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