In Frankreich ist ein Bäcker ins Krankenhaus eingeliefert worden, der vor gut einer Woche gegen die geplante Abschiebung seines afrikanischen Lehrlings in den Hungerstreik getreten war. Vom Krankenbett aus sagte Stéphane Ravacley der Nachrichtenagentur AFP, er fühle sich „sehr schwach“. Am Morgen sei er vor seinem Laden in Besançon in Ohnmacht gefallen, als er noch im Auto gesessen habe. Nach eigenen Worten ernährte sich der Mann zuletzt nur noch von Suppe und nahm dabei rund acht Kilogramm ab. Ihm seien Vitamine verabreicht worden. „Ich bin sehr müde, aber es geht“, erklärte er.

Mit seiner Aktion protestiert Ravacley gegen die geplante Abschiebung seines Lehrlings Laye Fodé Traoré. Bisher ohne Erfolg: Trotz zahlreicher Solidaritäts-Bekundungen aus Politik und Gesellschaft soll der 18-Jährige aus Guinea in sein westafrikanisches Heimatland zurückgeschickt werden – obwohl sein Chef mit ihm vollauf zufrieden ist.

Im Schlauchboot übers Mittelmeer

Ravacley schreibt, Traoré sei als minderjähriger Flüchtling mit einem Schlauchboot übers Mittelmeer gekommen. Vor eineinhalb Jahren habe er seine Ausbildung bei ihm begonnen. Er stehe morgens um 3.00 Uhr auf, habe Französisch gelernt und tue auch sonst alles, um sich zu integrieren. Seine Arbeitsleistung sei sehr gut.

„Nicht hartherzig sein“: Oscar-Preisträgerin Marion Cotillard unterschrieb einen offenen Brief an den Präsidenten

Mehr als 40 französische Prominente machten sich in einem offenen Brief an Präsident Emmanuel Macron für die Forderung des 50-Jährigen stark, Traoré den Aufenthalt in Frankreich auch über dessen Volljährigkeit hinaus zu erlauben. „Herr Präsident, unterstützen Sie den Bäcker aus Besançon, der im Hungerstreik ist“, ist der Text überschrieben, der in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift „L’Obs“ veröffentlicht wurde. „Sie können nicht hartherzig gegenüber einem französischen Bürger sein, der seine Gesundheit gefährdet, um humanistische Prinzipien wie Freiheit, Gleichheit…