Alexander Marquardt, CNN-Reporter

»Lasst uns gehen. Lasst uns gehen.«

 

»Lasst uns gehen« – mehr als sechs Mal wiederholt CNN-Reporter Alexander Marquardt diese Worte bis das Kamerateam regelrecht die Flucht ergreifen muss, um sich in Sicherheit vor dem wütenden Mob vor dem Kapitol zu bringen. Gut zwei Minuten wird das Team bedrängt und bepöbelt.

 

»F*** you!«

»Verschwindet gefälligst!«

»Verschwindet!«

»Scheiß CNN!«

 

Schließlich wird ein Trump-Anhänger handgreiflich. Für den CNN-Reporter Alexander Marquardt und sein Team eine durchaus gefährliche Situation, wie er im Interview mit seinem Kollegen erzählt.

 

Brian Stelter, CNN-Moderator

»Alex, ich möchte, dass die Zuschauer wissen, dass die Nachrichtencrews am Mittwoch Sicherheitspersonal an ihrer Seite hatten. Normalerweise sprechen wir nicht darüber. Aber das ist Teil der Realität. Und trotz Sicherheitspersonal und auch mit deiner Erfahrung als Auslandskorrespondent, wart ihr mitten in diesem Mob. Hattet ihr das Gefühl, dass ihr in diesem Moment verletzt oder getötet werden könntet?«

 

Alexander Marquardt, CNN-Reporter

»Oh, absolut. Es war sehr beängstigend, es war ein sehr gefährlicher Moment. Wir waren danach alle sehr aufgewühlt. Wir wussten, Brian, dass dies eine feindselige Menge war, sowohl gegenüber Journalisten im Allgemeinen als auch gegenüber CNN im Besonderen. Wir haben den ganzen Tag immer wieder überlegt, wie nah wir rangehen, um unsere Arbeit zu machen, aber auch um sicher zu bleiben. Und zu diesem Zeitpunkt, als wir uns vorwagten, waren Anhänger bereits im Kapitol. Wir wollten etwas näher ran, um zu sehen was da vor sich geht. Irgendwann – ich weiß immer noch nicht wie – fanden sie heraus, dass wir von CNN waren. Das war der Punkt, an dem die Menge wirklich auf uns losging. Und Brian, da war diese Welle der Aggression und Wut, die einfach durch die Menge schwappte. Und man konnte sehen, wie alle anfingen, uns anzuschauen und sich gegen uns zu wenden. Die Leute nannten uns…