Die Armutsgefahr für Alleinlebende ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. 2019 waren schon 26,5 Prozent von Armut bedroht, wie die »Saarbrücker Zeitung« in ihrer Montagsausgabe berichtet. Im Jahr 2006 waren es noch 21,7 Prozent. Die Zeitung berief sich auf Daten der Bundesregierung, welche die Linksfraktion abgefragt hatte.

Als armutsgefährdet gilt, wer weniger als 60 Prozent des mittleren Nettoeinkommens zur Verfügung hat. In der Gesamtbevölkerung Deutschlands sind laut dem neuesten Armutsbericht des Paritätischen Wohlfahrtsverbands 15,9 Prozent arm – das ist der höchste Wert seit der Wiedervereinigung.

Durch die Corona-Pandemie werde sich die Lage für Alleinlebende weiter verschärfen, sagte die Linken-Sozialexpertin Sabine Zimmermann der Zeitung. Sie forderte, dass die Bundesregierung gegensteuert: durch die Anhebung des Mindestlohns auf zwölf Euro, eine Aufstockung des Kurzarbeitergelds auf mindestens 90 Prozent des Nettolohns und das Zurückdrängen prekärer Arbeitsverhältnisse.

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