1. Die Heimbürokratie

»Warum gibt es keine Pflicht zum Homeoffice überall dort, wo es auch nur entfernt geht? Wieso ist buchstäblich jeder Kinderspaziergang härter reguliert als die Arbeitsplätze?«, fragte unser Kolumnist Sascha Lobo vor wenigen Tagen. Wirkt ja auch absurd: Schulen und Kitas schließen, viele Firmen bestehen auf der Anwesenheit ihrer Mitarbeiter.

Wer bei Büroarbeitern nachfragt, hört immer wieder ähnliche Geschichten: Da zwingen maskenlose Führungskräfte ihre Leute in Konferenzräume, da führt die Abteilungsleiterin ihre Personalgespräche nur persönlich, da lassen sich Akten nur vor Ort bearbeiten, da verabreden Kollegen gleichzeitige Präsenztage, um sich endlich mal wiederzusehen, so richtig, nicht nur auf dem Bildschirm.

Offenbar ist eine weitgehende Homeoffice-Pflicht tatsächlich rechtlich nicht so einfach zu machen, wie sich viele das wünschten (mehr dazu lesen Sie hier). Aber jetzt nimmt die Debatte noch einmal Fahrt auf. Die Politik scheint es nicht bei vorsichtig-dringenden Appellen belassen zu wollen.

Vor allem die Grünen machen Druck, heute meldete sich aber auch SPD-Arbeitsminister Hubertus Heil zu Wort: »Willkürlich Homeoffice zu verweigern, wäre jetzt unverantwortlich«, sagte er dem Sender »NDR Info«. Und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) will einen bayerischen »Homeoffice-Gipfel« mit Wirtschafts- und Gewerkschaftsvertretern einberufen, voraussichtlich diesen Mittwoch. Das Thema bleibt auf Wiedervorlage.

2. White House Down

»Ich glaube, im Moment besteht der Alltag schlicht daraus, dass das Personal versucht, jeden einzelnen Tag ohne weitere größere Schäden zu überstehen.« Das sagt kein gestresster Betriebsrat über das Homeoffice, das sagt Mick Mulvaney, der ehemalige Stabschef von Donald Trump, über die Situation im Weißen Haus. Er trat von seinem Amt als Nordirland-Beauftragter zurück, um deutlich zu machen, dass es bei den Republikanern Leute gibt, die den Angriff auf das Kapitol für »eine Schande und…