Als Angela Merkel am 10. April 2000 das erste Mal zur Bundesvorsitzenden der CDU gewählt wird, sind Filiz Mert und Lilli Fischer erst wenige Wochen alt. Viele Jahre später füllen beide einen Mitgliedsantrag für die CDU aus. Merkel steht da immer noch an der Spitze der Union.

Beide Frauen wurden unter ihr als Parteichefin politisiert, lernten die CDU vor allem als Merkel-Partei kennen, dennoch oder vielleicht gerade deshalb unterscheiden sich ihre Blicke auf die Kanzlerin.

Während Fischer sie heute als Vorbild bezeichnet, geht Mert eher auf Distanz. Unter Merkel seien viele wichtige Veränderungen verschlafen worden, sagt sie.

Wer sich unter jungen Frauen in der CDU umhört, stellt fest: Auch die Generation Merkel ist von jener Vielschichtigkeit und Zerrissenheit geprägt, mit der die Union seit Jahren zu kämpfen hat.

Während einige dafür plädieren, dass die CDU zukünftig als Klimapartei auftreten solle, fordern andere einen wirtschaftsfreundlicheren Kurs. Auch bei gesellschaftlichen Fragen gehen die Auffassungen auseinander. Nach liberalen Merkel-Jahren fordern einige eine konservativere Politik. Nicht wenige junge Frauen in der Partei halten die von Merkel durchgesetzte Frauenquote für Vorstände großer Unternehmen für falsch.