Wegen der bevorstehenden Präsidentschaftswahl in Uganda habe man schnell gehandelt, um das unter Verdacht geratene Netzwerk zu untersuchen, sagte eine Sprecherin von Facebook. Dabei habe man festgestellt, dass gefälschte und doppelte Konten genutzt worden seien, um Kommentare zu hinterlassen, Nutzer zu imitieren und Beiträge beliebter erscheinen zu lassen, als sie eigentlich seien. Zudem habe Facebook herausgefunden, dass die deaktivierten Konten eine Verbindung zum Informationsministerium der ugandischen Regierung gehabt hätten.

Der Sprecher des amtierenden ugandischen Präsidenten Yoweri Museveni wies die Vorwürfe zurück und beschuldigte seinerseits Facebook, in die Wahlen einzugreifen. Die Aktion zeige, dass der führende Oppositionskandidat Bobi Wine Unterstützung von außerhalb des Landes erhalten würde. Wenn die Menschen in Uganda den Beweis einer Einmischung in die Wahlen von außen haben wollten, so könne man diese mit der Abschaltung der Konten durch Facebook jetzt erkennen, so der Sprecher.

Regierung geht hart gegen Opposition vor

Vor der Wahl, die am kommenden Donnerstag stattfinden soll, ist die Lage in dem ostafrikanischen Land angespannt. Die Regierung sieht sich durch die Opposition unter Druck gesetzt, unter anderem durch Präsidentschaftsherausforderer Wine. Der 38-Jährige, der mit richtigem Namen Kyagulanyi Ssentamu heißt, gilt vielen Menschen in Uganda als Hoffnungsträger. Wine und andere Oppositionelle sehen den 76-jährigen Präsidenten Museveni als Diktator an. Museveni wiederum hat Wine beschuldigt, er sei ein Agent von „Außenseitern, Homosexuellen und anderen, die die Stabilität und Unabhängigkeit Ugandas nicht mögen.“ Einige der gesperrten ugandischen Konten waren Teil einer Kampagne gegen Oppsitionspolitiker Wine.

Mit den von Facebook deaktivieren Konten wurde unter anderem eine Kampagne gegen Oppositionskandidat Bobi Wine gesteuert (Archivbild von August 2020)

Unterdessen soll ein anderer…