Selten war die Freude darüber, dass ein Jahr endlich zu Ende geht, so sehr zu greifen gewesen wie dieses Mal – es könne ja nur besser werden als in diesem ungeliebten 2020, meinten viele. Allerdings ist 2021 mit dem Momentum des Vorjahrs gestartet: Bund und Länder haben den harten Corona-Shutdown am vergangenen Dienstag verlängert und noch einmal verschärft; vorerst bis Ende Januar, aber ob das Infektionsgeschehen dann Lockerungen zulassen wird, ist mehr als fraglich.

Der absehbare wirtschaftliche Schaden des Shutdowns ist beträchtlich: Ladenbesitzer, Gastwirte oder Künstlerinnen werden weiter ohne Umsätze dastehen, viele Arbeitnehmer zusätzlich in Kurzarbeit gehen. Eltern müssen ihre Kinder zu Hause betreuen – und fallen deshalb in ihrem Betrieb ganz aus oder reduzieren ihre Arbeitszeit im Homeoffice.

Doch selbst nach den harten Beschlüssen der vergangenen Woche ist eine Mehrheit der Menschen in Deutschland optimistisch, dass es für sie persönlich wirtschaftlich ein gutes Jahr werden wird. Für die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung in der Bundesrepublik empfinden die Deutschen die Aussichten jedoch deutlich gedämpfter.

Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag des SPIEGEL unter rund 5000 Menschen in Deutschland, durchgeführt nach den jüngsten Shutdown-Beschlüssen. Drei von fünf Befragten sehen demnach in Bezug auf ihre persönliche wirtschaftliche Lage zuversichtlich aufs Jahr 2021. Bei exakt einem Viertel der Menschen herrscht in dieser Hinsicht hingegen wenig oder überhaupt keine Zuversicht vor, der Rest ist unentschieden.

Damit haben auch die Verschärfungen der Shutdown-Maßnahmen Mitte Dezember und in der ersten Januarwoche die zuversichtliche Haltung der Menschen in Deutschland mitten in der Coronakrise nicht eintrüben können.

Bemerkenswert ist, dass selbst unter den Selbstständigen eine absolute Mehrheit von 53 Prozent der Befragten Zuversicht für das neue Jahr äußert…