Klarheit hätte er sich gewünscht, sagt Peter Steuwer, schon seit Monaten. Klarheit aus dem Schulministerium, einen Plan, wie Unterricht organisiert werden könnte, für den Fall der Fälle: wenn wegen Corona wieder kein Präsenzunterricht mehr möglich sein würde.

Steuwer, 64, ist Leiter der Vennbruchschule in Duisburg, einer Grundschule im Norden der Stadt: 340 Kinder, mehr als 50 Erwachsene wie Lehrkräfte, Hausmeister, Betreuer, Sekretärin. »Weil nichts kam, haben wir selbst einen Plan entwickelt«, erzählt er. Seit den Herbstferien wurde im Kollegium daran getüftelt, in tagelanger Arbeit entstand ein Schichtmodell: Von 8 bis 11 Uhr sollte die eine Hälfte der Kinder lernen, von 12 bis 15 Uhr die andere.

»Wir hatten das mit jeder Familie abgesprochen – und mit allen Kolleginnen und Kollegen«, sagt Steuwer. Das wären zwar weniger Unterrichtsstunden für den Einzelnen gewesen, aber jedes Kind wäre an jedem Tag in der Schule gewesen. »Distanzunterricht für Grundschüler, das geht nämlich nicht.«

Doch das Schulamt verbot im Herbst den geteilten Unterricht. Steuwer protestierte bei der Bezirksregierung – vergebens. Die Schulaufsicht blieb bei der Linie des NRW-Schulministeriums, dass Präsenzunterricht möglichst im Normalbetrieb stattfinden solle. »Das war schon frustrierend«, sagt Steuwer.