Strengere Kontaktbeschränkungen oder regionale Reisesperren: Angesichts der hohen Corona-Infektionszahlen gelten ab diesen Montag in allen Bundesländern noch einmal schärfere Regeln. Dennoch gibt es bereits Rufe nach einem schnellen Ende des Shutdowns – zumindest in seiner jetzigen Form.

Der CDU-Vorsitzendenkandidat Friedrich Merz sprach sich für Lockerungen vor allem für kleine und mittlere Unternehmen aus. »Für viele kleine Firmen ist der Punkt jetzt schon erreicht, wo es nicht weitergeht«, sagte Merz der »Bild-Zeitung«. »Mir machen vor allem die kleinen und mittleren Unternehmen Sorgen. Die müssen möglichst schnell raus aus dem Lockdown, möglichst schnell zurück zu normalem Wirtschaften mit Hygienekonzept.«

Für viele Menschen sei die Isolation im Lockdown nur schwer zu verkraften, sagte Merz weiter. »Das ist für eine offene Gesellschaft nicht lange zu verkraften. Vielen Menschen fällt jetzt schon zu Hause die Decke auf den Kopf. Sie wollen raus. Es ist für alle psychologisch eine schwierige Situation. Vor allem die Bildungs- und Entwicklungsrückstände bei unseren Kindern werden immer schwerer aufzuholen.«

Auch Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer protestiert gegen die Beschränkungen. »Es reicht jetzt«, sagte der umstrittene Grünen-Politiker dem Blatt. »Anfang Februar müssen wir kontrolliert wieder aufmachen.« Palmer sprach von exponentiell steigenden Schäden an Wirtschaft und Gesellschaft. »Der Innenstadthandel ist schon auf der Intensivstation, der fällt bald ins Koma. Die Insolvenzen werden anrollen. Ich meine, wir halten das nicht durch.«

»Ich merke, dass die Hütte brennt«

Dagegen wehrte sich Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow mit drastischen Worten gegen derartige Forderungen. »Wir müssen einfach der Tatsache ins Auge sehen, dass das Virus jetzt erst anfängt, richtig Fahrt aufzunehmen«, sagte der Linke-Politiker im ZDF-„heute journal“. »Ich merke, dass bei mir in Thüringen gerade die Hütte brennt. Heute ist…