Als eine 25-jährige Frau am 10. November 2019 in Mailand einen Hautausschlag untersuchen ließ, hat noch niemand an ein neuartiges Coronavirus gedacht. Der jungen Italienerin wurde per Biopsie eine Hautprobe entnommen, das war’s. Weitere gesundheitliche Probleme hatte die Frau nicht.

Jetzt wurde die Mailänderin womöglich als die erste Patientin der Covid-19-Pandemie identifiziert. Die Entdeckung geht auf ein internationales Forscherteam zurück, das von der Università Statale di Milano koordiniert wird.

»In dieser Pandemie gibt es Fälle, in denen Hautreizungen das einzige Symptom sind«, sagt der Mailänder Pathologe Raffaele Gianotti laut der italienischen Zeitung »La Repubblica«. Er und seine Kollegen hätten sich deshalb atypische Hautproben aus den letzten Monaten des Jahres 2019 noch einmal angesehen, zu denen es damals keine klare Diagnose gab. »Ich habe mich gefragt, ob wir in Hautproben schon vor dem offiziell anerkannten Beginn der Epidemie Hinweise finden könnten.«

In der Biopsie der 25-Jährigen vom 10. November fanden sich schließlich genetische Sequenzen der RNA des Virus. Sie habe keine weiteren Symptome gehabt, sagte die Patientin laut »Repubblica«, als sie nun noch einmal kontaktiert wurde. Die Hautreizungen seien nach fünf Monaten wieder verschwunden. Bei einem serologischen Test wurden bei ihr im Juni 2020 Antikörper nachgewiesen, schrieben die Forscher im »British Journal of Dermatology«.

Wissenschaftler wollen mehr über die Entstehung des Virus herausfinden und machen sich in dieser Woche auf die Suche nach den Ursprüngen der Pandemie in China. Nach tagelanger Verzögerung hat Peking grünes Licht für den Beginn einer Mission der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zur Erforschung der Virusherkunft gegeben. Die ersten Fälle gingen wohl von einem Tiermarkt in der Millionenstadt Wuhan aus.

In den ersten Medienberichten wurde ein 55-Jähriger aus der Provinz Hubei erwähnt, der bereits Mitte November 2019 infiziert gewesen sein soll. Auch eine…