Auf einen extremen Kursanstieg folgt ein ebenso herber Einbruch: Der Bitcoin ist zeitweise auf rund 30.000 Dollar abgestürzt, nachdem er Ende vergangener Woche ein Rekordhoch von fast 42.000 Dollar erreicht hatte. Allein im Laufe des Montags verlor die Kryptowährung bis zu 8000 Dollar an Wert. Zuletzt kostete ein Bitcoin auf der Handelsplattform Bitstamp etwa 33.000 Dollar.

Durch den Absturz fiel das kumulierte Marktvolumen aller derzeit rund 8225 Digitalwährungen unter eine Billion Dollar. Vergangene Woche war die Marke erstmals übertroffen worden.

»Der Schwächeanfall verdeutlicht abermals die hohe Schwankungsanfälligkeit der Kryptowährung«, kommentierte Bitcoin-Experte Timo Emden von Emden Research die Marktlage. Kritiker betonen immer wieder, dass diese Wankelmütigkeit Digitalwährungen für Anlage- und erst recht für Zahlungszwecke disqualifiziere. Hinzu kommt der Vorwurf, Internetwährungen könnten aufgrund hoher Anonymität für kriminelle Zwecke missbraucht werden.

Gründe für den Absturz sind nach Ansicht von Marktbeobachtern der steigende Dollar sowie die wachsenden Renditen von US-Staatsanleihen. Anleger hätten zudem das Rekordhoch des Bitcoins genutzt, um einen Teil ihrer Anlagen zu verkaufen und so Gewinne mitzunehmen. Die Krisenwährung Gold reagierte ebenfalls mit Verlusten auf den jüngsten Anstieg des Dollar; jedoch fielen die Verluste hier deutlich kleiner aus.

Mittelfristig könnte der Bitcoin-Kurs wieder anziehen. Nach Ansicht der US-Investmentbank J.P. Morgan steigen zahlreiche Investoren von Gold auf Bitcoin um. J.P. Morgan hatte in der ersten Januarwoche ein Kursziel von rund 150.000 Dollar ausgerufen. Doch die Preisobergrenze der Digitalwährung ist begrenzt. Zu den limitierenden Faktoren zählt der hohe Energieverbrauch  der Bitcoin-Herstellung.

2021 könnte ohnehin das Jahr werden, in dem Digitalwährungen auch normale Bankkunden erreichen, nicht zuletzt wegen der Pandemie: Erstens befeuert sie den Trend zum bargeldlosen Zahlen; zweitens…