Ein Rettungsschiff im Mittelmeer, Helfer verteilen Schwimmwesten an Flüchtlinge in Seenot. An Bord des Schiffes steht die Hamburger Grünenchefin Anna Gallina, sie wiegt ein kleines Kind und singt mit sanfter Stimme. Die Szenen stammen aus dem Mai 2017, Gallina hat sie auf Facebook geteilt. Die Politikerin begleitete damals von Malta aus die Hilfsorganisation Sea-Eye. Es gehe ihr darum, vor der libyschen Küste »einen Beitrag zur Rettung der Menschen« zu leisten, erzählte sie.

Was Gallina nicht erwähnte, war ein Termin wenige Tage nach ihrem Einsatz auf hoher See. In Malta nahm sie an einem Abendessen teil, bei dem auch Hummer auf den Tisch kam. Die Rechnung ging offenbar an den Steuerzahler, wie die »Bild«-Zeitung enthüllte. Gallina gab sich kleinlaut. Sie selbst esse keinen Hummer, »andere« hätten ihn bestellt. Sie habe aber »Verständnis dafür, dass ein solches Essen Irritationen und Empörung« hervorrufe.

Das Hummerdinner ist die neueste Wendung in einer Spesenaffäre, die für Hamburgs Grüne immer ungemütlicher wird. Mittendrin: Gallina, 37, seit Juni Justizsenatorin im rot-grünen Senat.