Wie hat sich das Infektionsgeschehen in Deutschland seit Weihnachten entwickelt? Eine seriöse Antwort darauf ist nach wie vor schwierig, vor allem weil die Infektionszahlen durch die vielen Feiertage verzerrt sind. Sie waren nach Weihnachten gesunken, ebenso wie die Zahl der täglich gemeldeten Corona-Toten.

Bei einer Corona-Kennzahl allerdings waren keine Feiertagsschwankungen zu beobachten: bei der Belegung der Intensivbetten durch Covid-19-Patienten. Die Zahl ist seit Oktober kontinuierlich gestiegen bis ins neue Jahr. Am 3. Januar wurde mit 5762 der bisherige Höchstwert erreicht.

Doch seitdem ist die Zahl der belegten Betten gesunken – erstmals kontinuierlich über mehrere Tage hinweg. Aktuell (Stand 10. Januar) sind laut intensivregister.de 5320 Betten durch Covid-19-Patienten belegt. Der leichte Rückgang könnte ein Indiz dafür sein, dass der am 16. Dezember verschärfte Shutdown eine gewisse Wirkung zeigt.

Seit April bereits wird die Belegung von Intensivbetten deutschlandweit erfasst. Krankenhäuser müssen die Zahlen täglich an die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) melden.

Auf Intensivstationen liegen viele ältere Patienten

Die Belegung der Intensivbetten hängt anders als etwa die Zahl der Neuinfektionen kaum von Feiertagen oder Wochenenden ab: Wer so schwer an Covid-19 erkrankt ist, dass er zum Beispiel Atemnot hat, landet im Krankenhaus – egal ob Feiertag ist oder nicht. Und bei besonders schweren Verläufen folgt schnell die Verlegung auf die Intensivstation.

Deshalb dürfte die Intensivbettenbelegung das Infektionsgeschehen der vergangenen Wochen derzeit besser widerspiegeln als die Infektionszahlen selbst.

Doch es gibt Einschränkungen: Die Zahl der belegten Betten hängt auch davon ab, wie lange Patienten auf der Intensivstation behandelt werden. Ändert sich die durchschnittliche Behandlungszeit, kann sich auch die Bettenbelegung ändern, obwohl die täglichen Neuinfektionen gleich geblieben sind.

Zudem werden…