»Sie hätten das Gebäude in die Luft sprengen können. Sie hätten uns alle töten können.« Lindsay Graham ist fassungslos. Der Senator aus South Carolina zählte bis vor Kurzem noch zu Donald Trumps wichtigsten Gefolgsleuten in der Kammer.

Wenn es um den politischen Verfall geht, der die Attacke auf das Kapitol erst möglich machte, wäre der Republikaner gut beraten, sich mit Fingerzeigen zurückzuhalten. Doch Grahams Analyse der Fakten fällt schmerzhaft präzise aus: Alle, die mit der Verteidigung des Kapitols betraut waren, hätten versagt.

Am Mittwoch hatte eine Meute von Unterstützern des Nochpräsidenten – Rassisten, Rechtsextreme, Verschwörungsfanatiker – zeitweise die Kontrolle über den Sitz des Kongresses übernommen. Trump-Anhänger, die im antidemokratischen Bestreben, Joe Bidens legitimen Wahlsieg zu kippen, das Gebäude gestürmt hatten, fläzten sich in den Sesseln der Vorsitzenden von Senat und Abgeordnetenhaus. Die gewählten Volksvertreter kauerten derweil in gesicherten Räumen, baten die Gouverneure der benachbarten Bundesstaaten am Telefon flehentlich um Hilfe.