Die Zentralbank von Neuseeland ist nach eigenen Angaben Ziel eines Hackerangriffs geworden. Unbekannte hätten sich Zugang zu einer externen Filesharing-Plattform verschafft, welche die Reserve Bank of New Zealand benutzte, um einige vertrauliche Daten zu übermitteln und zu speichern, teilte die Notenbank am Sonntag mit.

Umfang und Art der möglicherweise gestohlenen Informationen seien noch unklar, sagte Zentralbankgouverneur Adrian Orr. »Es könnten aber einige wirtschaftlich und persönlich sensible Informationen dabei sein.« Das Kerngeschäft der Bank sei aber intakt.

Der Vorfall werde mit »höchster Priorität« behandelt, sagte Orr. Zusammen mit einheimischen und internationalen Cybersicherheitsexperten arbeite die Notenbank bereits an der Aufklärung und einer Antwort auf diese »bösartige Attacke«.

Experte sagt weitere Angriffe auf Neuseelands Institutionen voraus

Der IT-Sicherheitsforscher Dave Parry vermutet, dass eine ausländische Regierung hinter dem Angriff steckt. Für eine kriminelle Organisation lohne sich ein solcher Einbruch kaum, denn »staatliche Institutionen werden Ihnen kein Lösegeld bezahlen«, sagte der Professor für Computerwissenschaften an der Universität Auckland dem Sender Radio New Zealand. Ein fremder Staat hingegen könne mehr Interesse haben. Parry sagte voraus, es werde wahrscheinlich bald mehr solcher Attacken geben.

Die Notenbank selbst hatte bereits vor gut einem Jahr gewarnt, dass Zahl und Ausmaß von Cyberangriffen im Land zunähmen. Und in den vergangenen Monaten häuften sich derlei Vorfälle bei großen Institutionen. Unter anderem wurde im August der Betreiber der neuseeländischen Börse Opfer eines Hackerangriffs.

Icon: Der Spiegel