Diese Pandemie ist auch ein großes Déjà-vu. Die Sorgen, Ereignisse, Diskussionen, Einwände und Phasen wiederholen sich. 

Im Frühjahr 2020 hieß es: Wir schleppen uns bis Ostern, ziehen Ferien vor und verlängern sie, sind ein paar Wochen diszipliniert, und dann mal sehen. Weil die erste Welle vergleichsweise klein, die Unsicherheit groß, die Disziplin daher auch größer war, sanken die Zahlen merklich.

Im Spätherbst, in der zweiten Welle, hieß es: Wir schleppen uns bis Weihnachten, ziehen Ferien vor, sind ein paar Wochen diszipliniert. Und dann mal sehen.

Wie sieht es aus? Die Infektionszahlen sinken nicht merklich. Womöglich steigen sie sogar. So genau lässt sich das wegen der Datenlage noch nicht sagen. Dazu kommt die Sorge um die neue, ansteckendere Virus-Variante B.1.1.7.

Einerseits treten deshalb nun die neuen, verschärften Lockdown-Regeln in Kraft. Sehr viele Menschen dürfen sich nicht einmal mehr weiter als 15 Kilometer von ihrem Wohnort entfernen.

Andererseits läuft das Arbeitsleben nach dem Jahreswechsel wieder an, die stille Phase ging spätestens mit Dreikönig zu Ende, teilweise öffnen Schulen. Ins Büro dürfen Menschen, in die Fabrikhalle sowieso. Auch die Politik hebt wieder an, der Bundestag steht vor seiner ersten Sitzungswoche im neuen Jahr.

Es wird wieder in die Hände gespuckt, trotz Pandemie.

Wegen dieser merkwürdigen Gleichzeitigkeit, wegen dieses harten, aber halbherzigen Lockdowns ist um alle drei Lebensbereiche eine Debatte entbrannt. Wieder einmal in letzter Sekunde.

Schulen und Kitas

Schulen und Kitas sollen so weit wie möglich geschlossen bleiben, so ist es zwischen Bund und Ländern verabredet. Es gibt aber Ausnahmen, ziemlich viele mögliche Ausnahmen, teilweise für Prüfungen und Abschlussklassen, für Notbetreuung sowieso. Dass Digitalunterricht nach wie vor so unzureichend funktioniert, dürfte dazu beitragen. Ziel scheint weiterhin die Rückkehr zum Präsenzunterricht, nur der Zeitpunkt verschiebt sich wegen der Infektionslage…