In der Debatte über die richtigen Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie warnt Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger vor weiteren Einschränkungen für Unternehmen. »Das ist doch absurd. Sie können doch nicht alle Betriebe schließen«, sagte er der »Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung«. Damit treibe man Unternehmen, die jetzt schon an der Kippe stehen, in die Insolvenz. 

Zuvor hatte Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) im MDR einen Lockdown für die Wirtschaft gefordert, Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt drängte in den Zeitungen der Funke Mediengruppe auf ein Recht auf Homeoffice, wo immer möglich.

Dulger hingegen sagt, man dürfe nicht in eine Elitendiskussion verfallen. »Wir müssen die Menschen pandemiegeschützt so gut es geht in Brot und Arbeit halten«, so Dulger. »Im Frühjahr wurden zu Recht viele Beschäftigte ins Homeoffice geschickt. Keiner hatte Erfahrung mit dem Virus. Und in den Betrieben waren nicht die Hygienekonzepte ausgerollt. Das hat sich geändert.« 

Forderung nach langfristiger Strategie

Nur mit Wertschöpfung könnten die Sozialsysteme am Leben gehalten werden, die im Moment alle versorgten. Die Verantwortung für volle Büros sieht er teilweise bei den Arbeitnehmern. »Heute beobachte ich bei meinen Mitarbeitern, die einer Bürotätigkeit nachgehen, zumindest einen Trend, dass man nach einer langen Phase daheim gern mal wieder in den Betrieb kommt, um auch mal wieder die Kollegen zu sehen – zwar nur mit Abstand, aber immerhin«, sagte er.

Die Betriebe hätten beim Infektionsschutz viel erreicht, sagte Dulger. Schon jetzt aber gebe es eine Unverhältnismäßigkeit zwischen überfüllten Skipisten und geschlossenen Geschäften. Er forderte, dass die Politik bei künftigen Entscheidungen über Corona-Maßnahmen die Sozialpartner miteinbeziehen solle.

Es müsse dabei auch um eine langfristige Strategie gehen, sagte er. »Das Geld, das wir gerade verlieren, muss ja wieder erwirtschaftet werden.« Die Politik dürfe…