Die beste Nachricht zuerst: Dieses Jahr wird nicht so furchtbar wie das alte. Zumindest was die globale Durchschnittstemperatur anbetrifft, dürfte 2021 sogar besser werden als 2020, 2019, 2017, 2016 und 2015.

Grund zum Jubeln ist das dennoch nicht.

Im weltweiten Mittel, so sagen die für gewöhnlich treffsicheren Meteorologen des britischen Wetterdienstes Met Office voraus, steht mit 2021 zwar ein vergleichsweise kühles Jahr bevor. Das liegt aber keineswegs daran, dass die Welt die Klimakrise plötzlich in den Griff bekommen hätte. Es hat auch nichts damit zu tun, dass die Wirtschaft wegen Corona daniederlag und daher über zwei Milliarden Tonnen weniger Kohlendioxid (CO2) in die Atmosphäre geblasen worden sind.

2021 wird vermutlich im Schnitt weltweit um etwa ein Zehntel Grad Celsius kühler, weil »La Niña« schon seit Monaten den tropischen Pazifik beherrscht. Dieses natürliche Klimaphänomen – das Gegenstück zu »El Niño« – führt dazu, dass kaltes Wasser, welches vor Peru aus den Tiefen des Ozeans aufsteigt, von sehr starken Passatwinden weit nach Westen geblasen wird. In der Folge verändert sich über komplexe Wechselwirkungen das Wetter in vielen Regionen der Welt, in Teilen Kanadas und Alaskas beispielsweise wird es kühler, trockener im Süden der USA, stürmischer im Atlantik, nasser in Australien.