Die Plastikmüll-Exporte aus Deutschland sind 2020 deutlich gesunken. Etwa 986.000 Tonnen Kunststoffabfälle seien in andere Staaten transportiert worden – rund zehn Prozent weniger als 2019, teilte der Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft (BDE) der Nachrichtenagentur dpa mit. Die Menge macht knapp ein Sechstel aller hierzulande gesammelten Kunststoffabfälle aus.

Der BDE bezieht sich auf Daten des Statistischen Bundesamtes für den Zeitraum Januar bis September, die der Verband dann bis Jahresende hochgerechnet hat. Insgesamt ist die Zahl also ein Schätzwert. Der Preis pro Tonne Kunststoffabfall lag bei 249 Euro, das war ein Minus von 20 Prozent gegenüber 2019.

China will den Müll nicht mehr

Einen Grund für den Rückgang nannte der BDE nicht. Branchenexperten zufolge spielen strenge Einfuhrbeschränkungen in China und anderen asiatischen Staaten eine Rolle. Die Volksrepublik war lange Zeit ein Hauptabnehmer für deutschen Plastikmüll, verbietet aber seit 2018 dessen Einfuhr. Außerdem dürfte sich die Coronakrise auswirken: durch die Pandemie kamen manche Geschäfte nicht zustande; Lieferketten wurden beeinflusst.

Die meisten deutschen Plastikmüll-Exporte gingen 2020 nach Malaysia mit rund 151.000 Tonnen. Das sind etwa 32.000 Tonnen weniger als 2019. Dahinter folgen die Niederlande und die Türkei. Zugleich importierte Deutschland laut BDE rund 479.000 Tonnen Kunststoffabfälle.

Müllexporte sind umstritten. Auf der einen Seite gilt Plastikabfall als Rohstoff, der auch in anderen Staaten weiterverarbeitet werden kann – etwa zu Kleidung aus Polyester, zu Straßenpollern oder zu Kloschüsseln.

Andererseits weisen Kritiker auf Risiken hin. So sorgten Aufnahmen deutscher Verpackungsabfälle in der Natur in Malaysia für negative Schlagzeilen. Greenpeace kritisiert, dass für einen Großteil der Abfälle der Verbleib und die tatsächliche Verwertung im Ausland »vollkommen unklar und unkontrolliert« seien. Aus Sicht der…