Kindergeburtstage fallen aus, Oma darf nicht umarmt werden und Freunde treffen geht auch nur eingeschränkt: So manches Kind erlebt gerade seine erste handfeste Lebenskrise. Wie Eltern ihre Kinder unterstützen können, diese zu meistern.

Von Reinhild Fürstenberg

Frau D.* hat kurzfristig eine Online-Beratung gebucht. Zum allerersten Mal. Aber sie weiß sich anders nicht mehr zu helfen… Sie kann sich überhaupt nicht mehr auf ihren Teilzeit-Job konzentrieren, hat sich zuletzt auch schon einige Male deswegen krankgemeldet. Ihre Gedanken kreisen nur um eins: Ihr Sohn ist fünf Jahre alt und war eigentlich immer ein munteres, zufriedenes Kerlchen. Aber jetzt, in diesem zweiten Lockdown, ist es anders: Er zieht sich zurück oder wird aggressiv. Dann ist er wieder traurig oder will nicht mal mehr raus. Und als nun letzte Woche sein Geburtstag nicht wie geplant im Indoor-Spielplatz, sondern in kleiner Runde zu Hause stattfand, war er todunglücklich. Das hat Frau D. das Herz gebrochen. Dabei versucht sie seit Wochen, es ihm schön zu machen, ihm die Corona-Zeit irgendwie erträglich zu machen.

Ich frage Frau D. zum Einstieg, wie sie eigentlich in der Corona-Krise mit all ihren beruflichen und privaten Herausforderungen zurechtkommt. Es sei schon nicht so leicht, alles unter einen Hut zu bringen: Job, Kind, die eigenen Sorgen… Und wie stark belasten sie die beobachteten Verhaltensänderungen ihres Sohnes im Alltag? Sehr, sagt Frau D.