Das Umweltbundesamt (Uba) in Dessau-Roßlau ist nicht gerade bekannt für seine Kohle-freundliche Haltung. Nun hat die Behörde aber ausgerechnet eine Tochter des Lausitzer Kohleunternehmens Leag mit einer sensiblen Studie zu den Folgen des Kohleausstieges beauftragt. Die GmB GmbH soll Daten sammeln, um den Wasserhaushalt in der Region nach Beendigung des Braunkohleabbaus zu untersuchen.

Durch den Kohleausstieg fehlt der Region künftig Wasser. Flusspegel könnten sinken, das Trinkwasser knapp werden – und das auch in der nahe gelegenen Hauptstadt Berlin. Unklar ist bisher, wer diese Schäden übernehmen soll.

Die Leag-Firma leitet ein Konsortium von Ingenieurbüros, das den Zuschlag für die 400.000 Euro teure Studie bekam. Der Lausitzer Mutterkonzern Leag muss bis 2038 die Förderung und Verbrennung von Braunkohle beenden. Das regelt das vor rund einem Jahr beschlossene Kohleausstiegsgesetz der Bundesregierung. Für den vorzeitigen Ausstieg bekommt die Leag insgesamt 1,75 Milliarden Euro Entschädigung.

Das Geld soll in die Renaturierung der vom Braunkohleabbau zerstörten Landschaften fließen. Alles, was über diese Summe hinaus geht, muss das Unternehmen selbst zahlen.

Ein besonders heikler Punkt ist der Wasserhaushalt, der in der neuen Studie untersucht werden soll. Die Betreiber brauchen für die Renaturierung der Tagebaulöcher große Mengen davon – insgesamt 5,5 Milliarden Kubikmeter, so eine vorsichtige Schätzung des sächsischen Umweltministeriums. Das ist etwas mehr als die Wassermenge des Starnberger Sees und des Chiemsees zusammen. Das könnte teuer werden, denn eine Region wie die Lausitz verliert derzeit vor allem in den Sommermonaten auch durch den Klimawandel an Wasserreserven.

Einen Plan B zur Renaturierung der Tagebaulöcher gibt es bisher nicht.

»Niemand hat eine Idee, woher die Milliarden Kubikmeter Wasser kommen sollen«, so Felix Matthes vom Öko-Institut und ehemaliges Mitglied der Kohlekommission. Wenn, dann müsse die Leag die Kosten für die…