Beim Bundeskongress der Jungsozialisten hatte sie sich Ende November als Kandidatin vorgestellt – jetzt ist Jessica Rosenthal nach einer Briefwahl offiziell im Amt bestätigt worden. Auf die 28-jährige Lehrerin entfielen 77,8 Prozent der Stimmen. Es gab 207 Ja-Stimmen, 51-Nein-Stimmen und acht Enthaltungen. Die bisherige nordrhein-westfälische Juso-Chefin ist damit neue Bundesvorsitzende der SPD-Jugendorganisation.

Rosenthal tritt die Nachfolge von Kevin Kühnert an, der inzwischen stellvertretender SPD-Parteichef ist und ein Bundestagsmandat anstrebt. Rosenthal rief nach Verkündung des Wahlergebnisses dazu auf, sich Rechtsextremisten und Populisten entschieden entgegenzustellen. »Es ist Zeit, mutig zu sein, Farbe zu bekennen«, sagte sie mit Blick auf die Ausschreitungen am US-Kapitol und die Aktivitäten der AfD in Deutschland.

Auch in Sachen Digitalisierung ging die neue Juso-Chefin in die Offensive. Bund und Länder müssten Arbeitgeber in der Coronakrise stärker in die Pflicht nehmen, sagte Rosenthal auf dem Juso-Bundeskongress am Freitag in Berlin. »Es ist doch ein Armutszeugnis, dass man sich nicht dazu durchringen konnte, mehr zu formulieren als eine freundliche Bitte, doch Homeoffice möglich zu machen.«

Arbeitnehmende müssten besser geschützt werden. »Homeoffice ist am Ende eben keine freundliche Bitte«, betonte Rosenthal. Wenn die Beschäftigten in einigen Betrieben nicht von zu Hause arbeiten könnten, »dann muss es doch auch mal möglich sein, drei Wochen Freistellung hinzubekommen«.

Rosenthal forderte zudem FFP-2-Masken und morgendliche Schnelltests für Schüler. Wenn man Schulen wieder öffnen wolle, müsse man die Lerngruppen verkleinern. Die Coronakrise zeige beispielhaft, dass junge Menschen mit ihren Perspektiven in der Politik völlig unterrepräsentiert seien. »Als Jusos werden wir aber genau diese Perspektiven laut und vernehmbar einbringen«, kündigte Rosenthal an. »Denn jetzt entscheidet sich die Zukunft einer ganzen…