Wie genial, dass gut informierte Spitzenpolitiker gelegentlich daran erinnern, wie wichtig die Verbrennung fossiler Rohstoffe für den Klimaschutz ist. Nur Sonne und Wind sind die Energieträger der Zukunft? Keineswegs, wie Sigmar Gabriel schon 2008 wusste. Damals sprach er sich für den Neubau »kohlendioxidarmer« Kohlekraftwerke aus, um den Klimaschutz voranzubringen. Dafür sollten staatliche Beihilfen fließen und sogar Finanzmittel ausgerechnet aus der Versteigerung von Emissionszertifikaten verwendet werden. Der damalige SPD-Umweltminister und spätere Vizekanzler etikettierte den klimaschädlichsten aller Energieträger so kurzerhand zum grünen Helferlein um.

»Wir brauchen den Diesel, um die Klimaschutzziele einzuhalten«, erklärte Angela Merkel dann knapp zehn Jahre später im Fernsehen. Verbrenner for Future also? Widerspruch zu Merkels Behauptung kam damals sogar von Deutschlands oberster Umweltbehörde: »Vom Diesel als Klimaretter kann keine Rede sein«, urteilte das Umweltbundesamt.

Eine neue Erzählung mit besonders dreistem Twist kommt nun aus der Staatskanzlei in Schwerin. Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) verkündete am Donnerstag, das Land werde eine eigene »Stiftung Klima- und Umweltschutz MV« gründen. Sie wisse, sagte Schwesig, dass die Förderung von Klima- und Umweltprojekten »vielen Menschen in unserem Land am Herzen liegt«, weshalb sie einlade, die neue Stiftung mit guten Ideen zu unterstützen. 

Aber natürlich hat Schwesig zum Start auch schon ein paar eigene Überlegungen eingebracht, wie die »Klimastiftung«, die vom Land mit einem Kapital von 200.000 Euro ausgestattet werden soll, zur Rettung des Planeten beitragen könnte: Indem sie den Bau einer Gaspipeline von Russland nach Deutschland unterstützt, zum Beispiel.

Nicht nur Mecklenburg-Vorpommern stellt Geld bereit, auch Russland zeigt sich großzügig. Die Nordstream AG, mit der russischen Gazprom als Mehrheitseigner, soll nach Angaben der…