Die Exporte der deutschen Industrie sind im November ungeachtet der zweiten Corona-Welle mit verschärften Beschränkungen bei vielen Handelspartnern bereits den siebten Monat in Folge gewachsen. Besonders das boomende China-Geschäft ließ die Ausfuhren um unerwartet kräftige 2,2 Prozent zum Vormonat steigen, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten nur mit 0,8 Prozent gerechnet, nach 0,9 Prozent im Oktober. Trotz der Aufholjagd blieben die Ausfuhren um 4,7 Prozent unter dem Niveau von Februar 2020 – dem Monat vor Beginn der Corona-bedingten Einschränkungen.

»Offenbar ist die Wirtschaft im vierten Quartal trotz Lockdown mit weniger als einem blauen Auge davongekommen«, sagte der Chefvolkswirt des Bankhauses Lampe, Alexander Krüger. »Vor allem die Exporte nach China boomen«, nannte der Chefvolkswirt der VP Bank, Thomas Gitzel, einen Grund dafür. Diese wuchsen um 14,3 Prozent zum November 2019 auf 9,3 Milliarden Euro. »China profitiert von einer Corona-Sonderkonjunktur«, erklärte Gitzel. Die Nachfrage nach deutschen Autos steige dort, während auch deutsche Maschinenbauer mit ihren Produkten gefragt seien. »Einmal mehr zeigt sich: Geht es China gut, profitiert Deutschland«, sagte der Ökonom.

Die Chancen stehen nicht schlecht, dass sich das Auslandsgeschäft weiter belebt. Die exportabhängige Industrie sammelte sieben Monate in Folge mehr Aufträge aus dem In- und Ausland ein, wobei die Nachfrage aus der Eurozone zuletzt besonders deutlich zulegte. Die von vielen Experten vorausgesagte Erholung der Weltwirtschaft vom Rezessionsjahr 2020 dürfte den Exporteuren ebenfalls in die Karten spielen. Die Importe wuchsen im November um 4,7 Prozent und liegen nur noch um 0,6 Prozent unter dem Vorkrisenniveau von Februar.

Derweil steigerten die Unternehmen ihre Produktion auch angesichts der praller als vor Krisenausbruch im Februar 2020 gefüllten Auftragsbücher in der Industrie. Die gesamte Produktion – Industrie, Bau…