Mehr als 60.000 Menschen seien innerhalb der Zentralafrikanischen Republik auf der Flucht, teilte das Hilfswerk UNHCR in Genf mit. Zugleich hätten mehr als 30.000 Frauen, Kinder und Männer im Ausland Schutz gesucht. Sie seien nach Kamerun, in den Tschad, die Demokratische Republik Kongo und die Republik Kongo geflohen, sagte UNHCR-Sprecher Boris Cheshirkov und prangerte die Menschenrechtsverletzungen in der Zentralafrikanischen Republik an.

Ex-Präsident soll Rebellen unterstützen

„Innerhalb der Zentralafrikanischen Republik sind seit dem 15. Dezember 185.000 Menschen aus mindestens 25 Orten in den Busch und in die Wälder geflohen, größtenteils als Vorsichtsmaßnahme“, so Cheshirkov weiter. Während Tausende seither nach Hause zurückgekehrt seien, blieben etwa 62.000 Menschen als Binnenflüchtlinge zurück.

Faustin Archange Touadéra hat die Präsidentschaftswahlen am 27.12.2020 gewonnen

ZAR-Präsident Faustin-Archange Touadéra hatte die Wahl vom 27. Dezember gewonnen. Kurz vor der Abstimmung hatten Rebellen in dem afrikanischen Binnenstaat Sicherheitskräfte und UN-Soldaten angegriffen – drei Blauhelm-Soldaten starben. Die neue Rebellen-Allianz wurde nach Angaben der UN-Mission im Land von Ex-Präsident François Bozizé unterstützt, dessen Kandidatur zuvor vom Verfassungsgericht zurückgewiesen worden war. Bozizé selbst bestreitet jede Verstrickung in Rebellenaktivitäten. 

Auch UN-Soldaten starben

Die UN, die Afrikanische Union, die EU und die Zentralafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft riefen in einer gemeinsamen Erklärung dazu auf, Differenzen beim Wahlergebnis friedlich zu lösen. 

Tausende sind bereits vor der Gewalt in den Tschad geflohen (Archivbild)

Die Abstimmung galt als Test für die Stabilität der Zentralafrikanischen Republik, wo im März 2013 ein Bürgerkrieg begonnen hatte. Vor der Abstimmung war es zu heftigen Kämpfen zwischen Regierungstruppen und Rebellen gekommen, die auf die Hauptstadt Bangui marschiert waren. Laut UNHCR…