Seit drei Jahren ist Katar am arabischen Golf von seinen arabischen Nachbarländern weitestgehend isoliert. Im Sommer 2017 hatte Saudi-Arabien den kleinen Golfstaat mit einem Embargo belegt, die Grenzen geschlossen und den Flug- und Schiffsverkehr eingestellt. Die Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrain und Ägypten zogen nach. Der Vorwurf der Länder: Katar unterstützte radikalislamische Gruppen.

Nun schert nach drei Jahren das erste Land aus dem Embargo aus. Die Emirate wollen wieder ihre Grenzen zu Katar öffnen. Die Regelung trete am Samstag in Kraft, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur WAM unter Berufung auf eine Erklärung des Außenministeriums.

Wiederaufnahme diplomatischer Beziehungen

Die Emirate sind damit der erste der vier Golfstaaten, die Katar in den vergangenen Jahren boykottiert hatten. Am Dienstag legten die Länder auf einem Gipfeltreffen des Golf-Kooperationsrates im saudi-arabischen Al-Ula den Konflikt bei und kündigten die Wiederaufnahme diplomatischer Beziehungen an.

Die Länder warfen Katar damals vor, terroristische Gruppen finanziell zu unterstützen und ihren Anführern Unterschlupf zu gewähren – sowie gezielt »Unruhe in der saudischen Gesellschaft zu schüren«. So stand es damals im offiziellen Statement der saudischen Presseagentur SPA. Hinter der damaligen Anschuldigung steckt ein tiefergreifender Konflikt in der Region. In Wahrheit stört sich Saudi-Arabien an der zu großen Nähe Katars zum Erzfeind Iran.

Die Regierung in Doha hatte die Vorwürfe stets zurückgewiesen. Katar beherbergt allerdings Anhänger der islamistischen Muslimbruderschaft und der radikalen Hamas. 

15.000 Kamele des Landes verwiesen

Die Ankündigung der Emirate, wieder Beziehungen mit Katar aufzunehmen, braucht nun die Unterstützung aus Riad. Die Emirate haben keine direkte Landgrenze zu den Emiraten, der Verkehr zwischen den beiden Ländern muss über Saudi-Arabien laufen. Saudi-Arabien hat nach Angaben Kuwaits einer Grenzöffnung ebenfalls…