Joe Biden soll am 20. Januar als 46. Präsident der Vereinigten Staaten vereidigt werden. Doch der amtierende US-Präsident wird nicht dabei sein: Donald Trump hat auf Twitter angekündigt, dass er nicht zur Vereidigung seines Nachfolgers gehen werde. »Für die, die gefragt haben«, kündigte er lakonisch den Tweet an.

Trumps Anwesenheit bei der Zeremonie entspräche der politischen Gepflogenheit, sie hat aber keine rechtliche Auswirkung. Biden wird auch ohne den Amtsvorgänger als neuer Präsident vereidigt. Bidens Pressesprecherin Jen Psaki selbst hatte zuvor gesagt, dass Trumps Anwesenheit nicht zu den »Top-Ten-Prioritäten« von Biden gehöre.

Vier US-Präsidenten schwänzten Inauguration des Nachfolgers

Trump wäre bei Fernbleiben erst der fünfte US-Präsident überhaupt, der seinem Nachfolger nicht die Ehre erweist. Vor ihm blieb John Adams der Amtseinführung von Thomas Jefferson fern (1801), sein Sohn John Quincy Adams kam nicht zum Amtsstart von Andrew Jackson (1829), und Andrew Johnson kam nicht zur Inauguration von Ulysses S. Grant (1869). Der bislang letzte Präsident, der eine Amtseinführung schwänzte, war 1974 Richard Nixon. Nixon war über die Watergate-Affäre gestolpert und musste zurücktreten, ihm folgte Gerald Ford.

Trump hatte die Präsidentschaftswahl im November mit deutlichem Abstand gegen seinen demokratischen Herausforderer verloren. Er weigerte sich über Monate, seine Niederlage einzugestehen. Stattdessen führte Trump einen beispiellosen Feldzug gegen den Wahlausgang – und verbreitete immer wieder Falschaussagen. Er behauptet, er sei durch massiven Wahlbetrug um den Sieg gebracht worden. Weder er noch seine Anwälte legten aber stichhaltige Beweise dafür vor.

Dutzende Klagen des Trump-Lagers wurden bislang von Gerichten abgeschmettert, auch vom Obersten US-Gericht. Trump blockierte auch lange die sonst übliche Kooperation bei der Übergabe der Regierungsgeschäfte in der Übergangsphase zwischen Wahl und Amtseinführung.

Vier Tote, 68…