US-Präsident Donald Trump rief seine Anhänger am Mittwoch auf, zum Kapitol zu ziehen und sich den von ihm kolportierten Wahlbetrug nicht gefallen zu lassen. Dann stürmten Trumps Unterstützer das Parlament und richteten Verwüstungen an. Nun, etwa 24 Stunden später, verurteilt Trump die Ausschreitungen.

Er sei von der Gewalt empört, sagte Trump in einem Video bei Twitter. Die Plattform hatte kurz zuvor die Sperre von Trumps Account aufgehoben. Trump sagte, der Sturm auf das Kapitol sei ein »abscheulicher Angriff« gewesen. Die Demonstranten hätten mit ihrer Aktion »den Sitz der amerikanischen Demokratie beschmutzt«. Doch: »Amerika ist eine Nation von Recht und Ordnung und wird das auch immer sein.« Die Verantwortlichen müssten zur Rechenschaft gezogen werden. Die Lage müsse sich nun beruhigen, sagte Trump.

Der Präsident selbst hatte seine Anhänger ermutigt, zum Kapitol zu ziehen. In einer Rede am Mittwoch hatte er Zehntausende anwesende Unterstützer aufgefordert, sich den »Diebstahl« der Wahl nicht gefallen zu lassen. In Folge der Ausschreitungen vermied es Trump zunächst, die Gewalt explizit zu verurteilen. Seit der Randale gibt es Rufe nach einer vorzeitigen Absetzung Trumps. Die Amtszeit des Republikaners endet offiziell am 20. Januar.

»Reibungslose, geordnete und nahtlose Übertragung der Macht«

In dem Twittervideo wiederholte Trump nun seine haltlosen Wahlbetrugsvorwürfe, machte aber deutlich, dass er sein Amt geordnet an den gewählten Präsidenten Joe Biden abgeben werde. »Eine neue Regierung wird am 20. Januar vereidigt«, sagte Trump: »Mein Fokus liegt nun darauf, eine reibungslose, geordnete und nahtlose Übertragung der Macht zu gewährleisten«. Trump rief die USA zur »Versöhnung« und zu einem Prozess der »Heilung« auf.

Trump sagte zudem an die amerikanischen Bürgerinnen und Bürger gerichtet, es sei ihm die »Ehre seines Lebens« gewesen, als Präsident zu dienen. Er machte jedoch deutlich, dass er sich wohl kaum aus der Öffentlichkeit…