Sie ließen sich bei ihrem Sturm auf das Kapitol filmen, dokumentierten, wie sie mit Gewalt ins Herzstück der amerikanischen Demokratie eindringen: Der rechte Mob von Trump-Anhängern, den die zahlenmässig viel zu schwach aufgestellte Polizei nicht aufhalten konnte.
Einige von ihnen schienen die Aufmerksamkeit besonders zu genießen – wie Richard Barnett aus Arkansas. Der Mann, der sich in sozialen Medien als Weißer Nationalist bezeichnet haben soll, posierte an Nancy Pelosis Schreibtisch, entwendete einen Brief – und gab im Anschluss noch Interviews zu seiner Tat:

Richard Barnett, Trump-Anhänger
»Ich habe ihn nicht gestohlen. Ich blutete darauf, weil sie (die Polizei) mich mit Pfefferspray attackiert haben.  Ich dachte, ich bin in ihrem Büro, ich habe geblutet, ich lege ihr 25 Cent auf den Schreibtisch – auch wenn sie es nicht wert ist. Und dann hinterließ ich ihr eine Nachricht auf dem Tisch.«

Die eindeutige Botschaft: »Wir werden nicht aufgeben«. Gerichtet an die Sprecherin des Repräsentantenhauses.

Nancy Pelosi, Sprecherin des US-Repräsentantenhauses
»Diese Schläger, Trumps-Schläger, beschlossen, das Kapitol zu entweihen. Und dafür werden sie angeklagt. Gerechtigkeit wird walten.«

Besonders effektiv scheint die Strafverfolgung bisher allerdings nicht zu sein. Das FBI redet von derzeit gerade einmal 55 Anklagen, unter anderem wegen verdeckt geführter Waffen.

Die Ermittler haben sich an die Öffentlichkeit gewandt, um noch mehr Randalierer zu identifizieren. Besonders schwer dürfte das angesichts dieser Bilder nicht sein. Unter den Gesuchten ist auch ein Verdächtiger, der zwei Rohrbomben am Kapitol gelegt haben soll. Für Informationen, die zu den Ermittlungen beitragen, verspricht die Behörde 50.000 Dollar-Belohnung.

Der gewählte US-Präsident fasste die Polizeiarbeit mit bitteren Worten zusammen:

Joe Biden, gewählter US-Präsident
»Keiner kann mir erzählen, dass, wenn eine Gruppe von ›Black Lives Matter‹-Demonstranten protestiert hätte, diese nicht…