Die neue Coronavirusvariante B.1.1.7, die erstmals in Großbritannien nachgewiesen wurde, bereitet Experten weltweit Sorge. Sie könnte so viel ansteckender sein als bisherige Linien des Virus, dass es mit den aktuellen Maßnahmen zwar noch gelingen würde, die Ausbreitung etwas zu verringern, aber noch schwerer werden würde, die Fallzahlen zu senken.

Besondere Sorge bereiten Forschern in diesem Zusammenhang auch erste Hinweise, dass Kinder noch anfälliger für die neue Viruslinie sein könnten als Erwachsene. Dann würde die Wiedereröffnung von Schulen und möglicherweise auch der Regelbetrieb von Kitas zum besonderen Risiko. Denn fest steht: Zurückdrängen lässt sich die neue Viruslinie nur, wenn die Fallzahlen insgesamt drastisch reduziert werden (mehr dazu lesen sie hier).

Allerdings sind die konkreten Belege für eine stärkere Ausbreitung von B.1.1.7 unter Kindern bislang noch dünn.

Experten der britischen New and Emerging Respiratory Virus Threats Advisory Group (Nervtag) berichteten kürzlich, dass während des November-Lockdowns in Großbritannien immer häufiger Infektionen mit Sars-CoV-2 bei Kindern registriert wurden. Laut einer groß angelegten Untersuchung in Großbritannien grassierte das Virus unter den 11- bis 16-Jährigen zwischen November und Anfang Dezember beispielsweise so stark wie sonst in keiner Altersgruppe.

Minimaler Unterschied

Das betraf sowohl die neue Mutation des Virus, die erstmals in Proben von Ende September 2020 nachgewiesen wurde, als auch frühere Linien. Bei Kindern unter 15 Jahren war der Anteil der B.1.1.7-Mutation aber etwas höher als in anderen Gruppen, erklärten Vertreter der Nervtag. Die Experten Zweifeln allerdings, ob der Befund aussagekräftig ist: Der Unterschied war so gering, dass er auch zufällig entstanden sein könnte.

Dass sich das Infektionsgeschehen während des Lockdowns im November in Großbritannien in Richtung der Schulen verschieben würde, überraschte Forscher nicht. Die Einrichtungen blieben in…