Der Sturm auf das US-Kapitol in Washington hat für erste Beteiligte Konsequenzen. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, sollen sich mehrere Personen bereits am Donnerstag (Ortszeit) vor Gericht verantworten.

Der Polizeichef der Hauptstadt, Robert Contee, sprach zuletzt von insgesamt 68 Festgenommenen im Zuge der Besetzung des Kongress-Sitzes am Mittwochnachmittag. Den meisten wird Bruch der verhängten Ausgangssperre zur Last gelegt. 26 seien auf dem Gelände des Kapitols gefasst worden.

Weiteren wird vorgeworfen, nicht gemeldete oder verbotene Schusswaffen getragen zu haben, ohne Erlaubnis in das Gebäude eingedrungen zu sein oder Sicherheitskräfte attackiert zu haben. Unklar ist, ob etwa die Bundespolizei weitere Menschen festgenommen hat.

»Wir haben noch eine Menge Arbeit vor uns, um jeden, der sich an dem gewalttätigen Mob beteiligt hat, zu identifizieren und für seine Taten verantwortlich zu machen«, sagte Contee.

Insgesamt vier Menschen waren am Mittwochabend ums Leben gekommen. Eine Frau war von einem Polizisten angeschossen worden und kurz darauf verstorben. Der Polizist ist laut Contee inzwischen vom Dienst suspendiert worden, der Vorfall werde untersucht.

Drei weitere Menschen seien wegen »medizinischer Notfälle« gestorben, sagte Contee. 14 Polizisten wurden verletzt, zwei sind noch im Krankenhaus. Entschärft wurden am Mittwoch zwei Rohrbomben an Parteigebäuden von Republikanern und Demokraten. Am Kapitol wurden zudem mehrere Molotowcocktails sichergestellt.

Die Polizei versucht noch immer weitere Aufständige zu finden, auch über die zahlreichen Videos etwa in sozialen Netzwerken. Nach wie vor ist unklar, wieso die Menschen ohne großen Widerstand in das Kapitol eindringen konnten. Polizeichef Contee sagte dazu, für einen Sturm der bedeutendsten US-Demokratieinstitution habe es keine Hinweise gegeben.

Icon: Der Spiegel