Nur noch ein Spiel trennt den FC Schalke 04 davon, Bundesliga-Geschichte zu schreiben. Doch es ist nicht die Art von Geschichte, für die Schalke in Erinnerung bleiben möchte. Denn wenn die Schalker am Samstag nicht gegen Hoffenheim gewinnen, stellen sie die längste Serie von sieglosen Spielen in der Bundesliga ein: 31 Partien hintereinander ohne wenigstens einmal zu gewinnen – diesen Negativrekord hält Tasmania Berlin seit 1966. Dass die Tasmania aufgrund der Umstände, wie sie in die Bundesliga kam, damals im Grunde chancenlos war und ihr bester Stürmer noch dazu häufig nur betrunken zum Training erschien, lässt die Tatsache noch bemerkenswerter erscheinen, dass Schalke nun an Tasmanias vermeintlichem Rekord für die Ewigkeit kratzt.

Der letzte Bundesliga-Sieg der Schalker, ein 2:0 gegen Borussia Mönchengladbach am 17. Januar 2020, liegt fast schon ein ganzes Jahr zurück. Seitdem sind die Königsblauen wegen der Folgen der Corona-Pandemie und den dadurch entgangenen Zuschauereinnahmen in eine finanzielle Krise gestürzt. Die Qualifikation zum Europapokal haben sie verpasst. Sie mussten ihre besten Spieler verkaufen und haben ihren technischen Direktor gefeuert. Mittlerweile sitzt der vierte Trainer der laufenden Saison auf der Bank. Und in der Kabine gibt es nur noch Spieler, deren Selbstvertrauen auf dem Tiefpunkt ist.

Der Verein hat eine Vielzahl von Problemen zu bewältigen – auf und neben dem Platz, die in der fatalen Serie von Ergebnissen gipfeln. Im vergangenen Monat beschrieb Stürmer Mark Uth, einer von Schalkes erfahrensten Spielern, den S04-Fußball als „hilflos“ und räumte ein, dass ihm zum Weinen zumute sei.

Historisches Versagen

Um besser einordnen zu können, welches Ausmaß die Ergebniskrise hat, muss man sich die Mannschaft anschauen, die vor 54 Jahren mit 31 sieglosen Spielen „vorgelegt“ hat: In den späten 1950er und frühen 1960er Jahren war Tasmania die beste Mannschaft Berlins. Dreimal gewann der Klub die Stadtliga, fünfmal holte er den…