Angesichts der gewaltsamen Erstürmung des US-Kapitols durch Anhänger von Donald Trump haben Vertreter der US-Wirtschaft einen vorzeitigen Abtritt des Präsidenten gefordert. Der prominente Hedgefonds-Manager Bill Ackman forderte Trump zum Rücktritt auf. Zudem solle Trump »sich bei allen Amerikanern entschuldigen«, schrieb Ackman auf Twitter. Er ist als aggressiver Investor bekannt und machte zuletzt in der Coronakrise einen Milliardengewinn. Zu Beginn von Trumps Amtszeit hatte Ackman noch gesagt, dieser sei gut für die US-Wirtschaft.

Der Industrieverband National Association of Manufacturers legte Vizepräsident Mike Pence nahe, über eine Amtsenthebung von Trump nachzudenken. Der Chef des Verbands, Jay Timmons, sagte, Trump habe Gewalt angestachelt, um an der Macht zu bleiben. Pence solle »ernsthaft erwägen«, mit dem Kabinett auf Basis des 25. Zusatzartikels zur Verfassung Trump des Amtes zu entheben, um die Demokratie zu bewahren. Der Verband vertritt Unternehmen wie Exxon Mobil, Pfizer und Toyota.

Auch andere Verbände übten scharfe Kritik. Der Business Roundtable, dem die Vorstandschefs von großen US-Konzernen angehören, teilte mit, das Chaos in der US-Hauptstadt sei »das Ergebnis von unrechtmäßigen Versuchen, die legitimen Ergebnisse einer demokratischen Wahl zu Fall zu bringen«. Man fordere Trump und alle wichtigen Regierungsvertreter auf, »das Chaos zu beenden und eine friedliche Machtübergabe zu ermöglichen«.

Jami Dimon, Chef der US-Bank JPMorgan sagte, die gewählten Volksvertreter müssten »zum Ende der Gewalt aufrufen, die Ergebnisse akzeptieren und die friedliche Machtübergabe unterstützen, wie es unsere Demokratie seit Jahrhunderten getan hat.« Der Chef der US-Handelskammer, Thomas Donohue, forderte laut einer Mitteilung, die »Attacken gegen das Kapitolgebäude unserer Nation und unsere Demokratie müssen jetzt enden«. Der US-Kongress solle noch am Mittwoch seine Arbeit wieder aufnehmen, um das Wahlergebnis zu bestätigen.

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