Insgesamt 197 Banken und Sparkassen brummen Privatkunden laut einer Auswertung des Vergleichsportals Verivox inzwischen Negativzinsen auf. Allein zum Jahreswechsel führten demnach 24 Kreditinstitute ein Verwahrentgelt ein oder verschärften bestehende Regelungen.

Das Vergleichsportal wertete die im Internet veröffentlichten Preisaushänge von etwa 800 Banken und Sparkassen aus. Die Angaben beziehen sich auf Tagesgeldkonten. Vereinzelt gilt der Negativzins aber auch fürs Girokonto. Vervivox zufolge führten 20 Institute zum Jahresbeginn neu Strafzinsen ein. Drei weitere senkten den Freibetrag, ein Institut verschärfte den den Negativzins.

Den Angaben zufolge räumen 58 der 197 Institute ihren Kunden deutlich weniger als 100.000 Euro Freibetrag ein, davon verlangen neun Geldhäuser bereits ab dem ersten Euro Strafzinsen. Teilweise können aber Freibeträge individuell vereinbart werden. Auch die drei Online-Banken mit den größten Kundenzahlen haben Negativzinsen eingeführt.

»Die Negativzinswelle rollt mit unverminderter Wucht über das Land«, sagte Oliver Maier, Geschäftsführer der Verivox Finanzvergleich GmbH. Eine Trendwende sei vorerst nicht in Sicht. »Nach dem historischen Konjunktureinbruch im Zuge der Corona-Pandemie sind höhere Zinsen auf absehbare Zeit kein Thema«, so Maier. »In den kommenden Wochen und Monaten dürften viele weitere Banken Negativzinsen einführen.«

Geschäftsbanken müssen derzeit 0,5 Prozent Zinsen zahlen, wenn sie überschüssige Gelder bei der Europäischen Zentralbank (EZB) parken. Auch wenn es inzwischen Freibeträge für bestimmte Summen gibt, klagt die Branche über eine Milliardenbelastung. Die Kosten geben immer mehr Geldhäuser ganz oder teilweise weiter und berechnen Kunden Negativzinsen.

Sparrekord im Coronajahr

Aus Sorge vor Kurzarbeit oder Arbeitslosigkeit hielten viele Menschen ihr Geld im Corona-Krisenjahr zusammen, zudem bremsten die Schließungen im Einzelhandel den Konsum. Die DZ Bank geht für das Jahr 2020 von…