Gleich drei deutsche Spitzenpolitiker positionieren sich nach den Ereignissen in der US-Hauptstadt klar. Die Bundeskanzlerin, der Bundespräsident und auch der Bundestagspräsident melden sich mit Statements zu Wort.

Der abgewählte US-Präsident Donald Trump trage eine Mitschuld am Sturm von dessen Anhängern auf das Kapitol in Washington. Die verstörenden Bilder von der Erstürmung des Kongresses hätten sie „wütend und auch traurig gemacht“, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin.

„Ich bedauere sehr, dass Präsident Trump seine Niederlage seit November nicht eingestanden hat und auch gestern wieder nicht. Zweifel am Wahlausgang wurden geschürt“, sagte Merkel weiter. „Das hat natürlich die Atmosphäre bereitet, in der dann auch solche Ereignisse, solche gewalttätigen Ereignisse möglich sind.“ Eine Grundregel der Demokratie sei: „Nach Wahlen gibt es Gewinner und Verlierer“, sagte Merkel. „Beide haben ihre Rolle mit Anstand und Verantwortungsbewusstsein zu spielen, damit die Demokratie selbst Sieger bleibt.“

Zugleich zeigte sich Merkel mit Blick auf den gewählten Präsidenten Joe Biden auch zuversichtlich. Die Worte Bidens und viele Reaktionen aus beiden großen Parteien der USA „machen mich aber ganz sicher: Diese Demokratie wird sich als viel stärker erweisen als die Angreifer und Randalierer.“ Es sei tragisch, dass Menschen in den Ereignissen der Nacht ihr Leben verloren hätten. „Aber für mich ist es ein Zeichen der Hoffnung, dass der Kongress seine Arbeit in der Nacht fortgesetzt hat.“

Entsetzten über die Gewalt und den Aufwiegler Trump auch bei Präsident Steinmeier (Archivbild)

Nun stehe die Bestätigung des Wahlsieges von Biden und von Vizepräsidentin Kamala Harris fest. „Die Vereinigten Staaten von Amerika werden in weniger als zwei Wochen, so wie es sein muss, ein neues Kapitel ihrer Demokratie eröffnen“, sagte Merkel. Die Bilder aus Washington „werden an anderer Stelle in der Welt sicher so gesehen werden, dass das natürlich nicht ein…