Der Frühling ist noch nicht wieder da, die Corona-Regeln des Frühlings 2020 dagegen schon: Bund und Länder haben am Dienstag eine Verschärfung der Kontaktbeschränkungen beschlossen, die den Vorschriften aus der Frühphase der Pandemie gleichkommt.

Bürgerinnen und Bürger dürfen in den kommenden Wochen nur noch Angehörige des eigenen Haushalts sowie eine weitere Person privat treffen. Die Beinahe-Kontaktsperre soll dazu beitragen, endlich das Infektionsgeschehen unter Kontrolle zu bringen. Das war mit dem bisherigen Shutdown nicht gelungen.

Die Politik setzt also – abgesehen von der Einschränkung des Bewegungsradius in Hotspots – vor allem auf Bewährtes. Bei der Mehrheit der Bevölkerung kommt die erneute Verschärfung der Kontaktbeschränkungen gut an, wie eine neue Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag des SPIEGEL zeigt.

Gut 61 Prozent der Befragten gaben an, dass sie die Beschränkung »eindeutig richtig« oder »eher richtig« finden. Insgesamt knapp 31 Prozent bewerteten den Beschluss hingegen als »eher falsch« oder »eindeutig falsch«. Die übrigen Teilnehmerinnen und Teilnehmer zeigten sich unentschieden. Die repräsentative Umfrage wurde unmittelbar nach dem Bekanntwerden der Beschlüsse durchgeführt und zählt 5050 Befragte. Der Stichprobenfehler lag bei 2,5 Prozentpunkten.

Es mag für die Verantwortlichen in Bund und Ländern beruhigend sein, dass noch immer eine Mehrheit der Deutschen hinter den Corona-Maßnahmen steht. Ein Aspekt dürfte ihnen allerdings Sorge bereiten: Anfang der Woche hatte eine Civey-Umfrage für den SPIEGEL ergeben, dass rund 70 Prozent der Deutschen eine Verlängerung des Shutdowns mit den damals geltenden Regeln befürworteten. Die unerwartete Verschärfung vom Dienstag überzeugt nun offenkundig weniger Menschen, die Differenz liegt bei fast zehn Prozentpunkten.

Die schärferen Kontaktbeschränkungen finden bei Anhängern der politischen Parteien unterschiedlich viel Zustimmung – dieses Muster…