Mit der Unterstützung von Mike Pence bei der Zertifizierung der Ergebnisse der US-Wahl kann Donald Trump nicht rechnen. Der Vizepräsident kündigte an, bei der Sitzung des Kongresses nicht einseitig Stimmen von Wahlleuten abzulehnen.

Sein Eid zum Schutz der Verfassung erlaube ihm das nicht, teilte Pence kurz vor Beginn der Sitzung am Mittwoch mit, die er als Präsident des Senats leitet. Pence stellte sich damit gegen Forderungen von Trump. Der abgewählte Republikaner hatte in den vergangenen Tagen den Druck auf seinen Stellvertreter erhöht, den Wahlsieg des Demokraten Joe Biden doch noch zu kippen.

Trump hatte behauptet, der Vizepräsident habe die Befugnis, auf »betrügerische« Weise ausgewählte Wahlleute abzulehnen. »Mach es, Mike – diese Zeiten brauchen extremen Mut«, schrieb Trump am Mittwoch auf Twitter.

Das Gesetz sieht für Pence bei der Zusammenkunft des Repräsentantenhauses und des Senats – den beiden Kammern des Kongresses – jedoch lediglich eine zeremonielle Rolle vor.

Trump sprach zu Anhängern über »schwache Republikaner«

Trump behauptet, er sei durch massiven Wahlbetrug um seinen Sieg gebracht worden. Beweise dafür hat er nicht vorgelegt. Dutzende Klagen des Trump-Lagers sind gescheitert, auch vor dem Obersten US-Gericht, dem Supreme Court.

Die Wahl-Zertifizierung durch den Kongress ist in den USA normalerweise reine Formsache. Mehrere Republikaner brachten am Mittwoch jedoch eine Initiative ein, um die Anerkennung von Bidens Wahlsieg im Bundesstaat Arizona zu verhindern. Die Zertifizierung des Wahlergebnisses dürfte sich damit verzögern, Aussicht auf Erfolg haben solche Initiativen aber nicht.

Trump holte in seiner Rede vor seinen Anhängern gegen »schwache« Republikaner aus, die sich der Zertifizierung von Bidens Wahlsieg anschließen wollten. Der scheidende Präsident wiederholte seine jeglicher Beweise entbehrenden Wahlbetrugsvorwürfe und kündigte an, seine Niederlage bei der Präsidentschaftswahl »niemals« anzuerkennen.

Icon:…