Ein Ausschuss der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA empfahl die Zulassung des Impfstoffs. Die finale Entscheidung muss nun von der Europäischen Kommission gefällt werden, ihre Zustimmung gilt als sicher. Der Impfstoff der US-Firma Moderna ist das zweite Impfpräparat gegen den Erreger SARS-CoV-2 das von der EMA in der EU zugelassen wird.  Die EMA, die Impfstoffkandidaten und Arzneimittel auf ihre Wirksamkeit und Sicherheit prüft, hatte das übliche Verfahren auf Druck der EU-Länder deutlich beschleunigt. 

Das Serum von Moderna weist in klinischen Studien eine ähnliche Wirksamkeit auf wie das in der EU bereits zugelassene Mittel von BioNTech und Pfizer, hat aber den logistischen Vorteil, dass es bei einer Temperatur von minus 20 Grad statt minus 70 Grad gelagert werden kann. Die Europäische Union hat bei Moderna 160 Millionen Dosen des Impfstoffes bestellt.

Sitz der EMA (European Medicines Agency) in Amsterdam

Bei beiden Vakzinen handelt es sich um sogenannte Boten-RNA-Impfstoffe (mRNA-Impfstoffe). Sie wirken auf die gleiche Weise: Die Erbinformation für das sogenannte Spike-Protein des Coronavirus wird mithilfe von winzigen Fettpartikeln in die menschlichen Zellen geschleust. Die produzieren dann ein Eiweiß, das dem Virus als Zugangsschlüssel in die Zellen dient. Das Immunsystem erkennt dieses Eiweiß und beginnt, Antikörper dagegen zu bilden. Beide Impfstoffe verhindern laut klinischen Studien zu rund 95 Prozent eine COVID-19-Erkrankung.

Spahn: Bestellte Impfdosen reichen für alle

Der deutsche Gesundheitsminister Jens Spahn bekräftigte sein Versprechen, dass bis zum Sommer jedem Bundesbürger ein Impf-Angebot gemacht werden könne. „Wir haben genug, mehr als genug Impfstoffe bestellt“, sagte der CDU-Politiker in Berlin kurz vor der Zulassung des Impfstoffs von Moderna. Deutschland habe von diesem Hersteller und von BioNTech/Pfizer mehr als 130 Millionen Impfdosen bestellt. Die Lieferungen kämen allerdings nicht alle sofort, „sondern im Lauf des Jahres“.