Nach dem schweren Verlauf der Corona-Infektionen in der italienischen Stadt Bergamo zu Beginn der Pandemie hat sich ihr Bürgermeister nun enttäuscht über den holprigen Impfstart gezeigt. Es sei unglaublich, dass in der norditalienischen Lombardei, in der Bergamo liegt, das Impfen wegen der Ferien und der Feiertage so langsam begonnen habe, sagte Giorgio Gori der italienischen Zeitung »La Repubblica« (Dienstagsausgabe). »Als ob das Impfen nicht absolute Priorität gehabt hätte«, sagte er.

Im Frühjahr des vergangenen Jahres hatte die erste Infektionswelle in Bergamo viele Todesopfer gefordert. Die schockierenden Bilder von Militärlastwagen, die die Toten aus der Stadt brachten, sorgten nicht nur in Italien für Bestürzung. Bislang starben in Italien mehr als 75.500 Menschen mit Sars-CoV-2. Mehr als 2,1 Millionen Corona-Infektionen wurden registriert.

Die Entscheidungen über die Impfungen trifft dem Bürgermeister zufolge die Regierung der Lombardei. Die stand nach dem verzögerten Impfstart massiv in der Kritik. Der für Gesundheitsfragen zuständige Rat der Region, Giulio Gallera, hatte die Verzögerung des Impfstarts etwa damit gerechtfertigt, dass das Gesundheitspersonal in Urlaub gewesen sei. Gallera musste sich wegen der Aussage gegen Rücktrittsforderungen wehren.

179.000 Impfungen in Italien

In der Lombardei wurden nach Angaben des Gesundheitsministeriums vom Dienstagmorgen bislang lediglich rund elf Prozent der verfügbaren Corona-Impfungen verabreicht. Andere Regionen spritzten bereits mehr als die Hälfte der verfügbaren Dosen. Insgesamt lag die Zahl der Geimpften in Italien bei knapp 179.000. Zum Vergleich: In Deutschland wurden mit Stand Montagmittag mehr als 260.000 Impfungen offiziell gemeldet.

In mehreren EU-Ländern laufen die Impfungen allerdings bislang schleppend an. In Frankreich herrschte am Dienstagmorgen etwa noch immer Unklarheit über die konkrete Zahl der geimpften Menschen. Es seien 2000 Impfungen überschritten worden, hieß es.

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