Erinnern Sie sich noch an Ihren Spruch vom Silvesterabend? Wie gut, dass dieses furchtbare 2020 jetzt vorbei ist, haben Sie vielleicht gesagt. Das neue Jahr könne nur besser werden. Haben Sie das so gesagt?

Dann haben Sie sich möglicherweise getäuscht. 

Der Optimismuseffekt des lang ersehnten Impfstarts wird konterkariert durch die Fehlkalkulation bei der Bestellung des Impfstoffs. In Israel werden 150.000 Menschen pro Tag geimpft, in Deutschland sind es bislang knapp über 300.000 – insgesamt. Jetzt wird nachverhandelt, die EU wünscht weitere 300 Millionen Biontech-Impfdosen und die Bundesregierung setzt auf eine neue Impfstofffabrik in Marburg. 

Wie konnten wir aus dem Sommer der Hoffnung in diesen Winter des Missvergnügens geraten? Warum ist nicht rechtzeitig genügend bestellt worden? Warum sind nicht im Sommer schon die Produktionskapazitäten für die Impfstoffe mit massiver staatlicher Förderung ausgebaut worden?

Bürgerinnen und Bürger waren zu lässig im Sommer, die Regierenden zu nachlässig. Die jetzige Misere ist hausgemacht. Um es mal mit dem Gesundheitsminister Jens Spahn zu sagen: Wir müssen uns alle miteinander gerade eine ganze Menge verzeihen.

Und nun? 

Ministerpräsidentinnen, Ministerpräsidenten und die Kanzlerin haben heute den geltenden Shutdown bis Ende Januar verlängert, Präsenzunterricht in Schulen bleibt ausgesetzt und für Landkreise jenseits einer 200er Inzidenz wird der Bewegungsradius auf 15 Kilometer um den Wohnort beschränkt.

Symbolische Maßnahme

Wetten, dass letztere Maßnahme der Aufreger dieser Zusammenkunft werden wird? Das wird heiß diskutiert, verlacht oder verteidigt werden. Wir werden uns über Radien streiten.

Das ist komplett sinnlos. Was für einzelne Höchstinzidenzlandkreise im Erzgebirge Sinn machen mag, ist deutschlandweit doch eher eine symbolische Maßnahme. Ein 15-Kilometer-Radius auf dem Land ist was anderes als einer in der Großstadt. 15 Kilometer im Landkreis Uckermark entsprechen wahrscheinlich 15 Metern in…