Vor Beginn der Konferenz von Angela Merkel mit den Ministerpräsidenten der Länder belastet der schleppende Impfstart die Gespräche (lesen Sie hier mehr). Die Kanzlerin ist offenbar auf der Suche nach Lösungen: Der Kreml teilte mit, die Kanzlerin habe mit Russlands Präsident Wladimir Putin über eine engere Zusammenarbeit in der Corona-Pandemie gesprochen. Bei dem Telefonat der beiden sei es um mögliche Perspektiven für die gemeinsame Herstellung von Impfstoffen gegangen.

Die Gesundheitsministerien beider Länder und Spezialisten sollten die Gespräche dazu fortsetzen, teilte der Kreml weiter mit. Ein Regierungssprecher in Berlin bestätigte, dass es bei dem Gespräch um die Bekämpfung der Pandemie gegangen sei. Details wurden von beiden Seiten zunächst nicht genannt.

Russland hatte am 5. Dezember damit begonnen, Risikogruppen mit seiner selbst entwickelten Corona-Vakzine »Sputnik V« zu impfen. Dass die russischen Behörden es im August schon vor Abschluss der letzten Testphase zugelassen hatten, war international auf Kritik gestoßen.

Deutschland verfügt bislang nur über Impfdosen des deutschen Unternehmens Biontech und seines US-Partners Pfizer. Über eine EU-weite Zulassung des Corona-Impfstoffs des US-Unternehmens Moderna könnte am Mittwoch entschieden werden.

Glückwünsche zum Neujahr

Putin und Merkel gratulierten einander nach Angaben des Kremls auch zum Neujahr. Der russische Präsident hatte zuvor schon in einem Neujahrsschreiben an Merkel und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die Hoffnung auf eine Entwicklung der bilateralen Zusammenarbeit geäußert. Bei dem Telefonat ging es demnach auch um den Konflikt in der Ostukraine.

Die Beziehungen zwischen Berlin und Moskau sind so angespannt wie seit Jahrzehnten nicht mehr – unter anderem wegen des Giftanschlags auf den Kremlkritiker Alexej Nawalny und wegen des Hackerangriffs auf den Deutschen Bundestag im Jahr 2015. Russland weist Vorwürfe zurück, damit etwas zu tun zu haben. Wegen der Verbrechen…