Während in Deutschland bis zum Jahresende immerhin rund 200.000 Menschen gegen das Corona-Virus geimpft wurden, waren es in Frankreich lediglich 516. Nachdem Kritiker den schleppenden Start der Impfkampagne als „skandalös“ bezeichnet hatten, verspricht die Regierung nun rasche Verbesserungen.

Gesundheitsminister Olivier Véran erklärte, man werde die Nachbarn „in den kommenden Tagen einholen“. Die Strategie werde „verstärkt, beschleunigt und vereinfacht“. So sollen Personen über 75 Jahre ab Ende des Monats auch außerhalb von Pflegeheimen geimpft werden. Zudem werde es Impfungen für Feuerwehrleute und häusliche Pflegekräfte über 50 geben.

Ähnlich heftiger Kritik sieht sich Vérans niederländischer Amtskollege Hugo de Jonge ausgesetzt. Die Niederlande beginnen ihre Impfkampagne als letztes Land der EU am Mittwoch. Das sei „beschämend“, erklärte der Rechtspopulist Geert Wilders. „Das ist keine Strategie, sondern Chaos.“ Auch der sozialdemokratische Fraktionsvorsitzende Lodewijk Asscher sprach von „Chaos“. „Wir haben alle Ausreden gehört.“

Bereits am 26. Dezember wurden die ersten Impfdosen in die Niederlande geliefert

Ministerpräsident Mark Rutte räumte Fehler ein. Die Regierung habe zu lange nur auf den Impfstoff des Herstellers Astrazeneca gesetzt, der einfacher über Hausärzte zu verteilen sei. Das Präparat ist aber noch nicht in der EU zugelassen. Stattdessen wurde noch vor Weihnachten der Impfstoff der Hersteller BioNTech und Pfizer zugelassen, für den in den Niederlanden teilweise die notwendigen großen Impfzentren fehlten. Zu Zeit lagern bereits rund 280.000 Dosen ungenutzt im Osten des Landes. Erst in der kommenden Woche soll landesweit geimpft werden.

Im Nachbarland Belgien ist nach einem einwöchigen Testlauf derweil alles bereit für den offiziellen Start der Impfkampagne. Nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Belga sollen nun jede Woche rund 87.000 Dosen des Impfstoffs vom BioNTech/Pfizer verabreicht werden. Demnach sollen wie in Deutschland…