Um die Ausbreitung der neuartigen Coronavirus-Mutationen zu verhindern, verlängert die Bundesregierung nach SPIEGEL-Informationen die geltende Einreisesperre für Flugpassagiere aus dem Vereinigten Königreich und Südafrika bis zum 20. Januar. Am Dienstagabend verschickte das Gesundheitsressort eine entsprechende Kabinettsvorlage an alle anderen Ministerien.

»Angesichts der nach wie vor dynamischen Lage im Hinblick auf die Verbreitung der neuen Virusvarianten«, heißt es in der Vorlage, sei eine Verlängerung der Maßnahmen »zum Schutz der öffentlichen Gesundheit« nötig. Ein Beschluss im Kabinett am Mittwoch ist sicher, da die Entscheidung den ganzen Tag lang innerhalb der Bundesregierung abgestimmt worden war.

Seit 1. Januar dürfen deutsche Staatsbürger mit negativem Test einreisen

Die Bundesregierung hatte nach dem Auftauchen der Covid-19-Virus-Mutationen in Großbritannien, Nordirland und Südafrika kurz vor Weihnachten eine strikte Einreisesperre für die Länder verhängt. Selbst Deutsche konnten deswegen zeitweise nicht zurück in ihre Heimat. Seit dem 1. Januar gilt eine Ausnahmeregelung, die vor allem der Lufthansa erlaubt, deutsche Staatsbürger mit einem negativen Corona-Test nach Hause zu bringen.

Das Ministerium von Jens Spahn (CDU) hätte am liebsten sehr schnell generell vorgeschrieben, dass alle Reisenden aus Ländern außerhalb der EU einen Test vor dem Abflug machen müssen. Damit soll verhindert werden, dass Corona-Infizierte nach Deutschland einreisen. Diese Regel soll nun in den kommenden zwei Wochen erarbeitet und dann eingeführt werden.

Laut der Vorlage fürs Kabinett sind die Forschungen zu der neuen Virusvariante bisher zwar nicht abgeschlossen. Allerdings deuteten die ersten Untersuchungen darauf hin, dass sie »leichter übertragbar sind«, so die Vorlage, und so die Ausbreitung des Virus »weiter beschleunigen«. Folglich sei »die Limitierung des Eintrages und der schnellen Verbreitung« der neuen Variante unbedingt zu verhindern.

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