Zwei Tage vor einer geplanten Demonstration ist der Anführer der rechtsradikalen „Proud Boys“ bei seiner Ankunft in Washington verhaftet worden. Die Polizei in der US-Hauptstadt teilte mit, gegen Henry „Enrique“ Tarrio habe ein Haftbefehl wegen Sachbeschädigung am Rande einer Unterstützerdemo für den abgewählten Präsidenten Donald Trump vorgelegen. Außerdem habe er zwei Magazine für Schusswaffen mit sich geführt, was nicht mit den verhältnismäßig strengen Waffengesetzen in Washington vereinbar ist.

Laut „Washington Post“ geht es bei dem Vorwurf der Sachbeschädigung um ein „Black Lives Matter“-Transparent, das am Rande der Kundgebung im Dezember von einer Kirche entwendet worden sei. Tarrio habe der Zeitung damals gesagt, er habe das Transparent gemeinsam mit anderen verbrannt.

Demo gegen Bidens Wahlsieg

Am Mittwoch soll der Kongress den Wahlsieg des Demokraten Joe Biden bei der Präsidentenwahl vom 3. November zertifizieren. Parallel rufen Gruppierungen, die bis heute für einen vermeintlichen Wahlsieg Trumps trommeln, unter den Hashtags #StopTheSteal und dem an den Kongress gerichteten #DoNotCertify zu Demonstrationen auf. Donald Trump, der seit dem Wahltag immer wieder unbelegte Behauptungen über vermeintlichen Wahlbetrug verbreitet, stellte sich per Tweet hinter den Aufruf.

Schon im November und Dezember hatte es ähnliche Kundgebungen gegeben, wobei es vereinzelt zu Zusammenstößen gekommen war. Washingtons Bürgermeisterin Muriel Bowser forderte Hauptstadtbewohner dazu auf, Konfrontationen mit gewaltbereiten Demonstrierenden zu vermeiden. Sie riet dazu, dem Gebiet der Kundgebung fernzubleiben.

Am 12. Dezember war Tarrio (links) schon einmal in Washington – der Tag könnte nun ein Nachspiel haben

Einem Bericht der Agentur AP zufolge hat Bowser 340 Mitglieder der Nationalgarde zur Unterstützung herbeigerufen, die unbewaffnet bleiben und bei der Verkehrskontrolle helfen sollen. Sicherheitsbehörden rechnen mit Gewaltpotenzial. Nachdem im Dezember…