Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus (CDU) will sich bei der Kanzlerkandidatur der Union nicht auf die Parteichefs von CDU und CSU festlegen. Brinkhaus sagte der »Süddeutschen Zeitung«, er könne sich auch andere Kandidaten vorstellen. »Es gibt mehrere Personen in der Union, denen ich diese Aufgabe zutrauen würde.« Bei dem CDU-Parteitag Mitte Januar werde lediglich über einen neuen Vorsitzenden abgestimmt – »und über sonst nichts«, so Brinkhaus.

Derzeit gelten vor allem der künftige CDU-Vorsitzende sowie CSU-Chef Markus Söder als Anwärter auf die Kanzlerkandidatur der Union. Zu seinen eigenen Ambitionen wollte sich Brinkhaus gegenüber der »SZ« nicht äußern. Er antwortete auf die Frage, ob er vielleicht die Kanzlerkandidatur anstrebe, lediglich: »Dieses Interview nimmt keine gute Richtung.« Auch auf die Frage, ob er bei dem Parteitag als CDU-Chef kandidieren möchte, antwortete Brinkhaus ausweichend.

»Ich habe gelernt: Für den Vorsitzenden der CDU/CSU-Bundestagsfraktion ist es nie klug, in solchen Situationen kategorisch Nein zu sagen«, sagte er. »Die Fraktion, und damit ihr Vorsitzender, muss immer den Anspruch haben, eine führende Rolle zu spielen. Aber wir haben ja drei Kandidaten.« Um den Posten des CDU-Chefs bewerben sich NRW-Ministerpräsident Armin Laschet, der frühere Fraktionschef Friedrich Merz und Ex-Umweltminister Norbert Röttgen.

Brinkhaus kündigte aber an, nach der Bundestagswahl Fraktionschef bleiben zu wollen. »In diesem Amt kann man viel bewegen. Und meine Fraktion und ich haben noch eine Menge Ideen.«

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